Politik | Inland
08.03.2012

Wo bleibt Super-Mario?

Wien braucht italienische Zustände: Beim Rechnen und in der Regierung.

Den Abgang in die Pension gibt es für Männer wie Frauen frühestens mit 66. Die Mehrwertsteuer wird um zwei Prozent hinaufgeschnalzt, der Kündigungsschutz gelockert – unpopuläre Sparmaßnahmen zuhauf. Mario Monti, parteiloser Regierungschef in Rom, schafft bei einer Wahl aus dem Stand Platz 1. Die große Mehrheit steht hinter seinem scharfen Kurs. Das Sparpaket, das Faymann & Spindelegger im Hohen Haus hinterlegt haben, stößt nicht einmal bei den Ihren auf Begeisterung. Die große Wähler-Mehrheit sagt, so die jüngste OGM-KURIER-Umfrage: Es ist ungerecht und reicht nicht.

Im Paket klafft in der Tat ein Riesenloch: Ein Drittel der 28 Milliarden, so das WIFO, ist reines Wunschkonzert.

Politisch ist es saft- und kraftlos. Auf der Einnahmenseite wird schnell Kasse gemacht: Bausparprämien runter, Krankenversicherung rauf. Einschneidende Reformen bleibt es weiter schuldig. Schlagendstes Beispiel: Der sportliche Parlamentsdirektor trat jetzt mit jugendlichen 60 noch rasch die Flucht in die Hacklerpension an – als Vorbild für noch Tausende Beamte, die dieses Schlupfloch in den kommenden Jahren weiter nutzen werden. Denn diesen Fluchtweg zuzumachen, dafür hat die Courage wieder nicht gereicht. Hilfe, wo bleibt unser Super-Mario?

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