Politik | Inland | Wien-Wahl
07.10.2015

Grüne holten knapp Absolute bei "Pass egal"-Wahl

Symbolischer Urnengang für Wiener ohne Wahlrecht - 1.223 gültige Stimmen abgegeben.

Tausende Personen wohnen seit Jahren in Wien, dürfen aber an der Wahl am Sonntag nicht teilnehmen. Am Dienstagnachmittag hatten sie allerdings die Möglichkeit, bei der symbolischen "Pass egal"-Wahl ein Kreuzerl zu machen. Nun steht das Ergebnis fest: Es wurden 1.223 gültige Stimmen abgegeben. Die Grünen holten knapp die absolute Mehrheit, auf Platz zwei folgt die SPÖ.

Bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen am kommenden Sonntag dürfen auf Landesebene nur Wiener mit österreichischem bzw. auf Bezirksebene auch mit EU-Pass wählen. SOS Mitmensch rief daher am Dienstagnachmittag alle Bundeshauptstädter ohne österreichischen Pass auf, ihre Stimme abzugeben. Für die Aktion baute die Hilfsorganisation ein "Wahlzelt" hinter dem Rathaus auf.

1.200 Menschen gaben ihre Stimme ab

Laut Aussendung am Mittwoch gaben innerhalb von fünf Stunden mehr als 1.200 Menschen ihre Stimme ab, darunter übrigens auch Kabarettist Dirk Stermann. Hinzu seien zahlreiche "Solidaritätsstimmen" von Österreichern gekommen, hieß es. Das Interesse sei SOS Mitmensch zufolge so groß gewesen, dass sich zwischenzeitlich eine mehr als 200 Meter lange Warteschlange vor dem Zelt gebildet hätte.

Mehr zum Thema

Die Grünen kamen bei diesem symbolischen Urnengang auf 50,86 Prozent, die SPÖ folgte mit 28,95 Prozent auf Platz zwei. " Wien anders" erreichte 7,77 Prozent, die NEOS kamen auf 4,82 Prozent. Die ÖVP errang 1,23 Prozent der Stimmen, die FPÖ 0,82 Prozent, "Gemeinsam für Wien" 0,49 Prozent und "Wir Wollen Wahlfreiheit" auf 0,25 Prozent.

Die größte Gruppe der Wähler waren Wiener mit deutscher Staatsbürgerschaft, gefolgt von Menschen mit italienischen Pässen. "Insgesamt haben sich Menschen mit Pässen aus 76 Ländern an der Wahl beteiligt. Alle Kontinente dieser Erde waren vertreten", fasste SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak zusammen.