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Strategien
04/27/2016

Wie Hofer und Van der Bellen siegen wollen

Der dritte Nationalratspräsident will mit direkter Demokratie, der Ex-Grünen-Chef mit "Heimat" punkten.

von Bernhard Gaul, Johanna Hager

25 Tage noch. Nach einem Tag Verschnaufpause starteten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen Teil zwei der "Mission Hofburg".

Van der Bellen lud wie am Wahl-Sonntag ins Wiener Stadtpalais Schönburg, im Gepäck drei neue Plakate: Diese sind thematisch gleich geblieben, Bilder aus seiner Kaunertaler Heimat. "Glauben wir an unsere Kraft", "Nach bestem Wissen und Gewissen" und "Wer unsere Heimat liebt, spaltet sie nicht" lauten die plakativen Botschaften.

Norbert Hofer bleibt ebenfalls seinem Kurs treu, wollte seine künftigen Slogans im Beisein von FP-Chef Heinz-Christian Strache allerdings noch nicht verraten; nur eines wolle er vermeiden: "Dass im Wahlkampf, wo zwei Persönlichkeiten mit unterschiedlicher Geschichte aufeinanderstoßen, die Leute glauben, dass es zu eine Spaltung kommen muss. Das ist unsinnig."

Er wolle Österreich einen, habe aber seine Prinzipien und Themen. Die da wären? Direkte Demokratie (nach Schweizer Vorbild ausbauen), mehr Sicherheit (mehr Budget für das Bundesheer) und die Ablehnung des Freihandelsabkommens TTIP.

Beide Kandidaten geben sich naturgemäß optimistisch, am 22. Mai als Wahlsieger hervorzugehen. "Wir gehen jetzt mit vollem Herzen und viel Zuversicht in die Stichwahl. Es wird nicht einfach, ist aber zu gewinnen", sagt Van der Bellen, für den 21,7 Prozent der Wähler stimmten.

Aber wie will er jetzt auf über 50 Prozent kommen? Wie sich positionieren, damit sich der Wahlkampf beispielsweise in Sachen Flüchtlingen nicht auf ein Duell zwischen einem Tür-auf- und einem Tür-zu-Kandidaten zuspitzt? Kampagnen-Chef Lothar Lockl: "Der Bundespräsident ist keine Ersatzregierung, es geht nicht um Sachthemen, sondern um eine Persönlichkeitswahl." Die will Hofer gewinnen, indem er weiter "klare Antworten gibt, die auch zu Problemen führen können". Während er keinen Hehl daraus macht, als dezidiert Freiheitlicher für das höchste Amt im Staat zu kandidieren, versucht der Ex-Grünen-Chef das Gegenteil. Es sei wichtig, die eigene Partei-Vergangenheit "in den Hintergrund zu stellen und das Beste für Österreich im Auge zu behalten".

Dass Österreich ob des blauen Erfolgs im Ausland besonders kritisch unter Beobachtung steht, kommt den Grünen ungelegen. Sie fürchten einen "Jetzt-erst-recht"-Effekt und zusätzlichen Rückenwind für die Blauen. "Wir brauchen sicher keine Zurufe von wo auch immer, die Österreich in ein schiefes Licht rücken wollen. Diese Wahl wird nur in Österreich von den Österreichern entschieden", sagt Lockl.

Und wie will Van der Bellen den geplanten Anti-EU- Feldzug Hofers parieren? "Die Österreicher wissen sehr wohl, wie wichtig die EU für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze ist. Ohne die EU mitten in Europa isoliert zu bleiben, kann nicht die Zukunft des Landes sein. Gegen die EU zu sein würde bedeuten, Zehntausende Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen. Für die vielen Betriebe, die das Rückgrat unserer Wirtschaft sind, ist Europa unerlässlich." Von einer Anti-EU-Linie will Hofer nichts wissen. "Gerade weil ich ein EU-Freund bin", sei er kritisch.

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