Politik | Inland
09.05.2017

Wie das Rücktrittsgerücht um Mitterlehner entstand

Die ÖVP sagt, die SPÖ habe die Info über den vermeintlichen Mitterlehner-Abgang verbreitet.

Reinhold Mitterlehner werde am Dienstag alles hinschmeißen, also zurücktreten – dieses Gerücht machte am Montag in Wien die Runde. Der Vizekanzler und ÖVP-Chef dementierte das noch am Montagabend: "Das ist ein Gerücht – und Gerüchte sind eben so, dass Fakten und Wahrheit was anderes sind."

Doch woher kam das Gerücht – und wie ist es entstanden? Da gehen die Schilderungen auseinander.

Die ÖVP kolportiert, dass die SPÖ die Kunde in Umlauf gebracht habe. Konkret werfen Schwarze Kanzler-Sohn Nikolaus Kern vor, die Info verbreitet zu haben. Kern junior wies auf Twitter zurück, Urheber zu sein: "Gestern (Montag) lese ich auf FB (Facebook), dass Mitterlehner zurücktreten will. Heute fragen Medien, was ich damit zu tun habe, weil ich nachgefragt habe."

Der Termin

Naheliegender ist eine andere Version. Der KURIER berichtete am Sonntag, Mitterlehner könnte der ÖVP demnächst vorschlagen, Sebastian Kurz solle das Ruder übernehmen. Der Außenminister müsse dann entscheiden, ob er das Zepter übernehme. Als am Montagnachmittag in Regierungskreisen bekannt wurde, dass Mitterlehner einen Termin bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen habe, wurde daraus geschlossen, der ÖVP-Boss trete zurück.

Tatsächlich ging es aber um einen möglichen Rauswurf von Innenminister Sobotka. Dass der ÖVP-Chef aktuell alles hinwirft, schließt ein Parteigrande indes aus: "Mitterlehner ist kein Spindelegger." Andere in der ÖVP meinen auch: "Er hat eine unglaubliche Leidensfähigkeit."