Minister Hundstorfer: Kein Freund vom Schweden-Modell

© REUTERS/HEINZ-PETER BADER

Wer bestimmt das Rentenalter?
02/24/2015

Minister beharrt auf Nein zu Automatismus

Pensionsstudie: Auch Schweden habe Probleme mit der Pensionsautomatik, so das Sozialressort.

Welchen Vorteil hätte eine Pensionsautomatik? Dabei wird das Antrittsalter anhand von Parametern, vor allem der Lebenserwartung, ohne Zutun der Politik automatisch angepasst. Steigt die durchschnittliche Lebenserwartung, sinkt die Pension oder aber das Antrittsalter steigt. Schweden lebt das vor.

Wie im KURIER am Montag berichtet, hat Agenda Austria, ein Thinktank mit marktwirtschaftlicher Ausrichtung, untersucht, wie sich eine Pensionsautomatik in Österreich auswirken würde: Gewinner wären die Jungen, so die Studienautoren Michael Christl und Dénes Kucsera. Ein 30-Jähriger mit einem durchschnittlichen Einkommen von 30.000 Euro würde von der Pensionsautomatik mit rund 12.000 Euro profitieren – sofern sich Löhne und Inflation wie bisher entwickeln.

Am Montag reagierte das Sozialministerium auf den KURIER-Bericht: Zwar gebe es in anderen Staaten gewisse Automatismen, heißt es aus dem Ressort, jedoch würde in keinem Land solch ein Automatismus das Antrittsalter bestimmen.

Zudem sei es generell schwierig, Sozialsysteme anderer Länder zu vergleichen, da die Staaten unterschiedliche Leistungen abgelten würden: Schweden etwa, das Musterland des Pensionsautomatismus, hätten nicht einmal eine Witwenpension im normalen Pensionssystem. Und das schwedische Modell funktioniere nur durch einen riesigen öffentlichen Pensionsfonds, der die Stabilität der Beitragskonten stütze. Auch hätten die Skandinavier, bedingt durch die Wirtschaftskrise, die Besteuerung der Pensionen mehrmals (um umgerechnet 2,2 Milliarden Euro) reduziert, damit die "automatischen" Pensionskürzungen weniger spürbar sind.

Die Studienautoren kontern, dass dafür in Schweden jedem klar sei, welche Pensionshöhe zu erwarten ist. Wer mehr verdienen will, geht dort einfach später in Pension. Generell sei das schwedische Automatismus-Modell transparenter und dazu finanziell abgesichert. Und ein Vergleich von Sozialsystemen unterschiedlicher Länder, so wie das die OECD seit Jahre mache, sei sehr wohl zulässig.

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