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Politik Inland
04/03/2012

Weiße Telekom-Weste?

Mit neuen Benimm-Regeln will die Telekom Austria ihr Skandal-Image loswerden.

von Michael Bachner

Die Telekom Austria verpasst sich neue Konzernverhaltensregeln und startet den Versuch, eine Integritätskultur zu verankern, wie es hochtrabend heißt. Das ist kein verspäteter April-Scherz.

Viele Punkte in dem neuen Benimm-Knigge lesen sich wie Selbstverständlichkeiten ("Die Annahme von Geldgeschenken ist nicht erlaubt", die Telekom "achtet die Unabhängigkeit der journalistischen Berichterstattung"). Doch in einem Konzern, der bisher vor allem als Selbstbedienungsladen der Politik von sich reden gemacht hat, ist offenbar nichts selbstverständlich.

Derzeit werden Zukäufe, Immobiliengeschäfte, Beschaffungsvorgänge und Beraterverträge seit 2000 durchleuchtet. Die Justiz interessiert sich für die Kurs-Manipulationsaffäre, Jagdausflüge und Schmiergeldvorwürfe. Wie nett, dass die Telekom ihren Mitarbeitern daher Geschenke an Amtsträger endlich verbietet und in Medien politischer Parteien keine Werbung mehr schaltet. Leider gilt die Geschenke-Regel nicht für Lobbyisten und für viele andere Punkte braucht es nur einen Vorstandsbeschluss und schon dürfen beispielsweise Polit-Events wieder gesponsert werden. So wird die Telekom-Weste nicht weiß.

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