Politik | Inland 01.03.2013

Kräfte sammeln vor dem Wahlsonntag

In Niederösterreich und Kärnten geht der Wahlkampf in eine harte Finalrunde.

Während in Kärnten und Niederösterreich der Wahlsonntag mit Riesenschritten näherrückt, liegt der Wahlkampf in beiden Bundesländern naturgemäß in den letzten Zügen. Der KURIER hat in Niederösterreich Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und in Kärnten den Einsteiger Frank Stronach zu ihren Wahlkampfabschlüssen begleitet.

Schwarzer Kraftakt gegen Frank Stronach

LH Erwin Pröll und Vizekanzler Michael Spindelegger
APA11685214-2 - 28022013 - ST. PÖLTEN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT II - Kundgebung der ÖVP NÖ "NÖ-Wahl: Schlussveranstaltung im Wah… © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

„Wie will denn einer dienen, der gar nicht da ist, weil er am 4. März schon wieder im Luxusjet nach Kanada sitzt?“ Erwin Pröll nutzte seinen „Auftakt zum Kraftakt“ vor rund 5000 Funktionären in St. Pölten am Donnerstagabend noch einmal zur vollen Attacke auf Frank Stronach. Und hatte dabei ein Ass im Ärmel.

Herbert Paierl, steirischer Ex-VP-Landesrat und zuletzt als kommender Mann im Team Stronach gehypt, rührte die Werbetrommel für Prölls Regionalpolitik.

Im KURIER-Gespräch wollte Paierl von einem Gesinnungswandel nichts wissen: „Ich wurde von Erwin Pröll persönlich zu der Veranstaltung eingeladen. Und ich habe keinen Grund gesehen, nicht hinzugehen.“ Sein kolportiertes Engagement im Team Stronach sei kein Grund für eine Absage gewesen? „Ich folge immer meiner Überzeugung.“ Wahlwerbung sei da keine abzuleiten. „Ich bin ja nicht einmal wahlberechtigt in Niederösterreich.“ Sein Auftritt vor Tausenden ÖVP-Funktionären stehe in keinem Widerspruch zur Sympathie für Ideen Frank Stronachs.

Paierl trat nicht als einziger Unterstützer Prölls auf. EU-Kommissarin Viviane Reding und Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker feuerten ihn via Videobotschaft an. Ebenso Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Der Vizekanzler überbrachte internationale Grüße: „Ich habe heute mit UNO-General Ban Ki-moon verhandelt. Seine letzten Worte waren: Grüßen Sie Erwin Pröll.“ Die Botschaft des Gegrüßten: „Eine klare Mehrheit am 3. März. Damit das Land nicht in falsche Hände kommt und ein Regieren ohne Blockaden möglich ist.“

Nur einen Steinwurf von Prölls Bühne entfernt startete Frank Stronach tags darauf in sein Wahlkampffinale.

Fischköpfe

Pröll Wahlkampf Abschluss…
Pröll Wahlkampf Abschluss © Bild: Franz Hagl

Rund 1500 Sympathisanten aus NÖ, Wien, dem Burgenland, der Steiermark und Kärnten hatten den Weg ins kühle Festzelt gefunden. Neben den bekannten Slogans gab Stronach auch Kalauer zum Besten. „Der Fisch fängt ja am Kopf zu stinken an. Die Politiker in Niederösterreich sind keine Köpfe, trotzdem stinken sie.“ Und zum Vorwurf, er sei nie da: „Wenn ich da bin, arbeite ich wenigstens mit meinem Team. Aber wenn Erwin Pröll gar nicht da wäre, würde Niederösterreich sicher besser dastehen.“

Wettrüsten für neuen Kärntner Frühling

Während ihm in Niederösterreich mit dem ehemaligen ÖVP-Landesrat Herbert Paierl ein prominenter Unterstützer abhanden kam (siehe links), machte Frank Stronach in Kärnten Donnerstagabend gute Miene und lachte herzlich über die Stronach-Persiflage, die Kabarettist Klaus Tschaitschmann zum Besten gab.

500 Gäste waren ins Werzer’s Resort zum Kärntner Wahlfinale vom Team Stronach gekommen, wo es außerdem Musik, Frankfurter Würstl, Kärntner Kirchtagssuppe und Getränke gab. Der Parteigründer kündigte die Fertigstellung des Parteiprogramms an („Es ist eigentlich fast fertig“).

Spitzenkandidat Gerhard Köfer bekräftigte sein Vorhaben, keine Koalition einzugehen – „schon gar nicht mit der FPK“. Auch er fordert die Abschaffung des Proporzes.

Ein Fall für zwei

In ORF 2 lief Freitag am Abend „Ein Fall für zwei“. Bereits am Vormittag dozierten Gabriel Obernosterer und Wolfgang Waldner ein letztes Mal, dass – zumindest für die ÖVP – auch Kärnten „ein Fall für zwei“ sei. Für die Doppelspitze gibt es am Sonntag nur einen Doppelsieg oder einen Doppelabgang. Denn für Obernosterer und Waldner gilt: Wird der Regierungssitz nicht geschafft, sind sie wieder weg. „Wir sind gegen Populismus, Geldverschwendung und Politiker, die unter Dauerkorruptionsverdacht stehen“, sagt Obernosterer. „Wir stehen für einen Neustart in der Kärntner Politik.“

Den Neustart der Landespartei hat Obernosterer bereits geschafft. Für den politischen Neustart braucht er Partner. „Wer mit uns verhandeln will, der muss für Abschaffung des Proporzes, Personal- und Budgethoheit für Regierungsmitglieder und sauber sein“, präzisiert Waldner. „Wer das nicht akzeptiert, ist für uns kein Partner.“ Deshalb werde es mit der FPK, unabhängig von Personen, kein Gespräch geben. Waldner will – sofern noch Regierungsmitglied – bereits am Montag dazu einladen.

BZÖ-Spitzenkandidat Josef Bucher kamen bei seinem letzten Medienauftritt in Klagenfurt die Horrorzahlen vom Arbeitsmarkt (plus 6,5 Prozent bei den Arbeitslosen) zu Gute. „Über 29.000 Kärntnerinnen und Kärntner sind arbeitslos und FPK, SPÖ und ÖVP haben nichts anderes zustande gebracht, als zu streiten und im Korruptionssumpf zu versinken“, sagt Bucher. „Das muss sich nach der Wahl ändern.“

Angebot an Dörfler

Nach der Wahl erhofft er eine „Emanzipation“ von Gerhard Dörfler. Zusammenarbeit mit einer FPK unter Kurt Scheuch komme für ihn nicht infrage. Wohl aber eine mit Dörfler: „Ich bin überzeugt, er wartet auf so ein Angebot.“

Frank Stronach im Porträt

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PRESSESTUNDE mit Frank STRONACH

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Frank Stronach

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Magna International, Frank Stronach

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APARCHIV - Der Magna International Inc. Vorsitzende Frank Stronach nimmt am 6. Mai 2009 in Markham, Ontario, Kanada an der Hauptversammlung des Unternehmens teil. In einer Spitzenrunde prueft die Bundesregierung am Montag, 25. Mai 2009, erneut die Angebot

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© BISSUTI KRISTIANSTRONACH, KUNSTRASENERÖFFNUNG

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JAHRESRUECKBLICK 2001 - In der Fussball-Bundesliga spielt am 1.Mai 2001 Austria Wien gegen Ried. Im Bild Austriapraesident Frank Stronach waehrend des Spiels. REUTERS/Robert Zolles REUTERS

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APAGIN02 - 05042002 - WIEN, AUSTRIA: ZU APA TEXT WI - Bundesligapraesident und Magna Konzern-Chef Frank Stronach, bekam am Freitag, 05.April 2002 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien im Rathaus verliehen. APA-FOTO: BARBARA GINDL

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REUTERSLiberal Member of Parliament Belinda Stronach pauses during a news conference in Ottawa April 6, 2006. Stronach announced she will not seek the leadership of the federal Liberal party. REUTERS/Chris Wattie

( Kurier ) Erstellt am 01.03.2013