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20.10.2017

Peter Pilz: "Mir ist die grüne Partei wurscht"

Fünf Tage nach der Wahl blickt Peter Pilz nach vorne. Für das Debakel seiner Ex-Partei sieht er sich nicht verantwortlich.

Seit gestern Nacht ist es amtlich. 10.160 Stimmen fehlten den Grünen zum Einzug in den Nationalrat.

Ein Debakel, so oder so. Sieht man sich die Zahlen laut Wählerstromanalyse an, ist aber klar: Rund 67.000 ehemalige Grün-Wähler entschieden sich diesmal für die Liste Peter Pilz - das hätte gereicht, um zumindest die Vier-Prozent-Hürde zu nehmen.

Unmittelbar nach der Wahl zeigte sich Peter Pilz zwar überrascht über das Abschneiden seiner Ex-Partei. "Schön is’ net, wenn die Grünen rausfliegen", sagte er noch am Wahlabend. Verantwortlich sei er dafür aber nicht. Im Interview mit den Salzburger Nachrichten legte Peter Pilz jetzt nach. Es tue ihm zwar um die Mitarbeiter und die Mandatare leid, aber "mir ist die grüne Partei mittlerweile wurscht."

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Er selbst sieht seine und die Aufgabe der Liste Peter Pilz in Zukunft darin, einen "Gegenpol zu einer rechten Politik" zu bilden. " Die Grünen haben da versagt, das machen wir jetzt."

Die Grünen, so Pilz, seien schon lange erstarrt. "Den ganzen Tag machte man sich dort nur Gedanken über Sprachregelungen und Parteilinien." Ulrike Lunacek hätte einen Neustart wagen müssen. Dass das nicht passiert sei, so Pilz gegenüber der SN, hätte das Ende der Grünen besiegelt.

"Schuld an Debakel bei Bundespartei"

Das sehen freilich auch viele aktive Grüne so. Christoph Chorherr, der ehemalige Bundessprecher der Grünen, etwa meinte, man sei zu belehrend gewesen. "Es kommt oft rüber, wir wollen tief in dein Leben eingreifen", sagte Chorherr in der ZiB 24. Auch die (neue) Parteispitze selbst gab sich in den vergangenen Tagen kleinlaut. Werner Kogler, seit Dienstag interimistischer Chef der Grünen, sah die Schuld am Debakel eindeutig bei der Bundespartei. "Es ist jetzt das wirklich seltsame Verdienst der Bundesgrünen, also von uns, dass wir in einem historisch wichtigen Moment versagt haben, total versagt im Prinzip", sagte er: "Insofern gilt es hier, das wird ja noch besprochen werden, tatsächlich aufzuräumen."

Unabhängig davon meinte Ulrike Lunacek am Sonntag Richung Peter Pilz nur: "Es wäre besser gewesen, wir hätten es gemeinsam gemacht."

Zum Interview mit den Salzburger Nachrichten