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25.09.2017

Live-Ticker: Kurz stellt sich Lunacek und Strolz

ÖVP-Chef Sebastian Kurz bekommt es heute auf Puls 4 mit Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und NEOS-Chef Matthias Strolz zu tun.

Die TV-Duelle auf Puls 4 gehen auch am Montag weiter. Einen Tag nach der Elefantenrunde (mit dem Höchstwert von 728.000 Zusehern) tauchen drei der Kandidaten schon wieder auf der Sendefrequenz des Privatsenders auf.

Diesmal muss ÖVP-Chef Sebastian Kurz sich in zwei Konfrontationen behaupten, wie es in den Vorwochen schon Christian Kern und Heinz-Christian Strache tun mussten. Auf der jeweils anderen Seite von Moderatorin Corinna Milborn nehmen erst Grünen-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und dann Neos-Chef Matthias Strolz Platz.

Wie immer tickern wir die Duelle live.

Live-Ticker: Kurz stellt sich Lunacek und Strolz

  • 20:37

    Damit verabschiede ich mich für heute. Eine Zusammenfassung der beiden Konfrontationen finden Sie noch heute und jedenfalls auch noch morgen früh auf kurier.at.

    Bis zum nächsten Mal!

  • 20:37

    Kommen wir zu den Ergebnissen der OGM-Umfrage:

    Thema 1: Migration und Flüchtlinge

    Strolz - Kurz: 22% - 62%. Schon ein ziemlich gutes Ergebnis für Kurz, wiewohl auch Strolz da Wähler anderer Parteien als seiner auf seiner Seite hat.

    Thema 2: Österreich reformieren

    Strolz - Kurz: 39% - 42%. Ein beachtliches Gesamt-Unentschieden und damit wohl ein Sieg für Strolz.

    Gesamtergebnis:

    Strolz - Kurz:  29% - 50%. Gute Werte für beide, besonders sicherlich für Strolz.

  • 20:23

    Und?

     
  • 20:21

    Kurz -> Strolz: Rudolf Taschner - Vom 1x1 zum Glück

    Strolz -> Kurz (2 Bücher): Ungerer/? - Der Zauberlehrling und Erhard Busek - Eine Seele für Europa

  • 20:21

    Strolz: "Ich möchte der nächste Bildungsminister sein." Er wirft der "Betonschädel"-ÖVP vor, die Bildungspolitik als reine Machtpolitik zu betreiben.

    Kurz: Es brauche eine ordentliche Bildungsreform, die letzte sei ein Minimalkonsens gewesen, wenn überhaupt. Es brauche Deutsch vor Schuleintritt.

    Strolz: Warum habe er das nicht als Integrationsminister umgesetzt?

    Kurz: Bring ich irgendwann schon noch durch. Strolz als Bildungsminister stelle sich nicht als Frage, es gebe nach der Wahl nur drei große Koalitionsmöglichkeiten.

    Dann wird gestritten, welche Koalitionen es gebe und wen man deshalb wählen solle. Überraschend sind beide der Meinung, sie sollten gewählt werden.

    Damit endet die Party.

  • 20:15

    Dafür dass es seit Minuten um relativ wenig geht, wird relativ viel gestritten.

    Milborn schafft Ornung:

    Frage: Wer ist für die Abschaffung der Kammern-Pflichtmitgliedschaft?

    Strolz ist dafür und sagt, Kurz sei eigentlich auch dafür, aber wolle das jetzt nicht sagen.

    Kurz: Die Kammern sollen selbst entscheiden, ob sie die Pflichtmitgliedschaft wollen.

    Strolz: "Schlingerkurs"

  • 20:11

    "Zuwanderung."

    Quizfrage: Wer hats auch bei diesem Thema wieder eingebracht?

  • 20:09

    Strolz sagt, allen Österreichern unter 40 drohe Altersarmut. "Sie verraten hier die Jungen."

    Die beiden schaffen es schon wieder, sich einig zu sein und drüber zu streiten.

  • 20:09

    Thema: Pensionen.

    Was ist die Lösung für steigende Kosten?

    Kurz: Menschen sollten länger arbeiten und wollen. Gegen Privilegien soll vorgegangen werden, aber kleine Pensionen erhöht. Missbrauch sei zu beheben (das Wort "Zuwanderung" wird untergebracht)

    Strolz wirft Kurz wieder vor, einen Zickzackkurs zu fahren und die vorgeblich notwendigen Reformen nicht angehen.

  • 20:04

    Kalte Progression. Kurz meint, man habe da das gleiche Ziel. Der Grund es jetzt nicht abzuschaffen, sei nicht Wahltaktik - es sei ja sehr populär, das zu tun. Sondern weil es viel koste und nicht gegenfinanziert sei.

    Die Abschaffung bis 2020 würde tatsächlich Berichten zufolge über 4 Mrd. Euro kosten.

    Strolz stellt das Ausbleiben der Abschaffung trotzdem als Wortbruch dar: "Sie sind sehr vergesslich in ihrem jungen Alter". Das würde erst 2019 im Budget schlagend.

    Kurz will es im nächsten Parlament beschließen "ordentlich gegenfinanziert".

  • 19:56

    Es geht weiter: Reformthemen.

    Wer ist der größere Reformer?

    Strolz: Kann Kurz noch nicht beurteilen. Aber die Neos seien da ein Vorbild, dem er nacheifern soll. Er sagt, es sei immer noch offen, was Kurz will, er sende sehr unterschiedliche Signale. Die ÖVP habe etwa die Gewerbederegulierung nicht mitgetragen. Bei der Pensionsreform habe er einen "abenteuerlichen Schlingerkurs".

    Kurz: Wer ist der größere Reformer? Strolz habe den Wunsch nach Veränderung und beachtliches mit den Neos geleistet. Es gebe "teilweise auch Unterschiede in den Programmen" in der Sozialpolitik. Die Neos hätten oft sehr theoretische Konzepte.

    Strolz: Kurz sei als Kanzler gesetzt, er brauche die Neos als Stachel in seinem Sitzfleisch.

  • 19:47

    Während der Werbepause würde ich Ihnen gerne mein Interview zur österreichischen Außenpolitik mit dem Politologen Helmut Kramer empfehlen, das ich im März geführt habe. Er kritisiert darin Kurz (und dessen Vorgänger) hart für die österreichische Entwicklungszusammenarbeit (und er kennt als jemand der jahrelang darüber geforscht hat auch die Zahlen).

  • 19:42

    Thema: Genfer Flüchtlingskonvention.

    Kurz meint, er habe eine "grundsätzlich andere Auffassung in der Migrationsfrage". Er unterstellt den Neos, alle unbegrenzt aufnehmen zu wollen.

    Strolz widerspricht, er habe schon 2015 klare Regeln gefordert und wundert sich, dass die Regierung mit Kurz nicht vorbereitet war. Er sei schon lange für eine Erneuerung von Schengen und Registrierzentren in Nordafrika ("keine Internierungslager"). Er bewundert dann Macron.

    Kurz: Außengrenzen, Westbalkanroute, Druck auf Italien gegen NGOs. Kurz sagt, die Asylzentren in Nordafrika würden unfassbare Migrationsströme in Afrika auslösen. Er sei für "Hilfe vor Ort" und Resettlement-Programme. Was Macron tue, würde nicht funktionieren.

    Strolz ist schon ganz unruhig: Die ÖVP ist seit 30 Jahren in der Regierung.

    Kurz: "Da war ich ein Jahr alt."

    Strolz: Du tust immer so, als wärst du vom Himmel gefallen. Er wirft Kurz vor, dass er nie beim Ministerrat für Entwicklung gewesen wäre und die Entwicklungszusammenarbeit nicht ausreichend budgetär ausgestattet zu haben.

    Kurz: Bei den Sitzungen habe es nichts zu tun gegeben, er habe sich ersetzen lassen. Und er habe die Entwicklungszusammenarbeit budgetär erhöht.

    Das stimmt übrigens. Die Mittel sind aber immer noch weit weg von internationalen Versprechungen und nicht gesetzlich verankert.

    Kurz fährt dann über Strolz ziemlich drüber, weil der die Zahlen nicht auswendig kennt.

  • 19:35

    Strolz: Wir Neos haben die Wirtschafts- und Europakompetenz zu uns herübergezogen.

    Kurz: Viele Neos hätten eine ähnliche wirtschaftspolitische Ansicht wie er. Die Neos insgesamt werden ihm aber zu links und immer linksliberaler. Er sei ein Angebot an alle anderen, die das nicht wollen.

    Strolz fragt, ob er damit Christoph Vavrik meint.

    Kurz: Warum waren die Neos gegen die Neuwahlen?

    Strolz: Stimmt nicht.

  • 19:32

    Erstes Thema: Die einst besprochene gemeinsame Liste von Kurz und den Neos.

    Warum hat das nicht funktioniert?

    Strolz: Weil es nicht gefunkt hat. Kurz habe die Strukturen und die 60 Mio. Euro Parteienförderung der ÖVP nicht auslassen wollen. Er sei deshalb mit Griss weitermarschiert.

    Kurz: Es war nicht immer angenehm, als Thronfolger im Gespräch gewesen zu sein. Aber deshalb habe er sich vorher Gedanken gemacht und mit Strolz geredet. Hat aber auch für ihn einfach nicht geklappt. Er habe lieber die ÖVP "massiv umgebaut".

  • 19:28

    Strolz hat ein Familienfoto für Kurz: Mitterlehner, Schüssel, Molterer, Pröll und Kurz sind darauf zu sehen.

    Kurz hat auch was für die Familie: Tickets fürs Planetarium für Strolz und seine Töchter.

  • 19:26

    Es geht weiter: Matthias Strolz ist nun das Gegenüber von Sebastian Kurz.

  • 19:20

    OGM-Ergebnis (625 Befragte, gewichtet nach Wahlumfragen).

    Thema: "Ehe für Alle"

    38:47. Zwar insgesamt für Kurz, aber Bachmayer meint, das sei angesichts der Größe des aktuellen grünen (~5%) und schwarzen (~35%) Wählerpools ein ziemlich starker Wert für Lunacek.

    Thema: "EU und Europa"

    30:57 für Kurz. Besser für Kurz, aber immer noch beachtlich für Lunacek.

    Gesamtergebnis

    24:57 für Kurz.

    Die Detailergebnisse der einzelnen Parteiwähler sind angesichts der Stichprobengröße eigentlich sinnlos. Bei 625 Befragten sind da noch 30 Grünwähler dabei. Das ist weniger als in so mancher Proseminararbeit. Selbst die 220 ÖVP-Wähler unterliegen da schon einer ordentlichen Schwankungsbreite. Ähnliches gilt für Jungwähler. Meinungsforscher Bachmayer betont das jetzt auch noch einmal.

  • 19:10

    Und?

  • 19:09

    Die Sendung ist aus: Bücherübergabe!

    Kurz -> Lunacek: Boris Palmer - Wir können nicht allen helfen.

    Lunacek -> Kurz: Ferry Maier, Julia Ortner - Willkommen in Österreich.

    Also ein Buch eines Grünen für Lunacek und das Buch eines ÖVP-Politikers für Kurz.