Grüne in Oberösterreich optimistisch

OÖ-WAHL: WAHLKAMPFABSCHLUSS DIE GRÜNEN OBERÖSTERRE
Foto: FOTOKERSCHI.AT/HANNES DRAXLER Unterstützung aus Wien: Anschober, Glawischnig

Am Sonntag wird gewählt. Grüne gegen "blaue Raubritter"

Einen Motivationsschub für die letzten 100 Stunden Wahlkampf haben sich die Grünen in Oberösterreich bei einer Wahlparty im Linzer Kunstmuseum Lentos verpasst. Das Ziel der Ökos ist es, in der Regierung zu bleiben und Schwarz-Blau zu verhindern. "Wir werden mit aller Kraft die blauen Raubritter verhindern", sagte Bundesparteichefin Eva Glawischnig vor Hunderten Anhängern und Funktionären.

Die Stimmung am Ufer der Donau war bei freundlichem Herbstwetter ausgelassen. Es gab neben Essen und Getränken auch Wahlutensilien wir grüne Sonnenbrillen, grüne Fahnen und grüne Schokoherzen. Zur Dekoration wurden die Plakate aus dem Wahlkampf aufgestellt. Auch die bösen Gen-Monster-Paprika dienten in Form von aufblasbaren Figuren als Deko. Für Partystimmung sorgen am Beginn französische Chanson-Klänge und nach den politischen Reden die Band "Kommando Elefant".

 Die Grünen würden am Sonntag ein viel besseres Ergebnis haben als vorausgesagt. "Ich weiß das, weil am Ende ist alles gut, und ist nicht alles gut, dann ist das noch nicht das Ende", sprach Glawischnig den Grünen, die um ihren Regierungssitz bangen müssen, Mut zu. "Ich bin heute da, um euch zu ermutigen und euch Energie zu geben." Man müsse verhindern, dass die FPÖ in Regierungsverantwortung komme. Denn was dabei herauskomme, habe man in Kärnten gesehen. "Kärnten wurde zu einem Selbstbedienungsladen nach dem Motto 'ich zuerst"." Daher seien die "blauen Raubritter mit aller Kraft" zu verhindern, so Glawischnig.

Kritik an Pühringer

Auch Spitzenkandidat Rudi Anschober schoss sich in seiner Rede auf die FPÖ ein. In unsicheren Zeiten wie jetzt brauche es eine besonnene, ruhige Politik. Angesichts der vielen Flüchtlinge seien viele Menschen "verunsichert, schwanken zwischen Hilfsbereitschaft und Sorgen, Angst und Verunsicherung." In solchen Zeiten brauche man keinen "unsicheren Wechsel, sondern einen klaren Kurs mit ruhiger starker Hand". Die Flüchtlingswelle sei eine "humanitäre Herausforderung, die durch politisches Versagen massiv verschärft wurde". Gemeinsam könne man das aber bewältigen. Er sei stolz auf die zahlreichen Unterstützer, aber es gebe auch "Hetzer, die auf dem Rücken von Menschen in Not Politik machen; und das ist erbärmlich". Es sei auch "unerträglich", dass die ÖVP mit diesen Menschen koalieren würde, kritisierte Anschober einmal mehr, dass Landeshauptmann Josef Pühringer eine Koalition mit den Freiheitlichen nicht ausschließt.

Am Wahlsonntag gehe es um eine Richtungsentscheidung zwischen zwei Gegensätzen, um eine Entscheidung zwischen einer Kultur des Miteinanders, der Fortführung der Energiewende, einer Bildungsoffensive und der Politik der FPÖ, die die Energiewende stoppen, Zivilvereine aushungern und Strafen für Schüler einführen wolle. "Das darf nicht die Zukunft des Landes sein." Dabei könnten "ein paar Hundert Stimmen entscheidend sein". "Es geht um viel und es wird knapp." Aber "wir waren noch nie so viele, wir waren noch nie so stark", so Anschober, der von seinen Parteifreunden mit "Rudi"-Rufen und viel Applaus unterstützt wurde.

Video-Interview

Anschober: "FPÖ vergiftet das Klima"

OÖ-Wahl: Grüner Spitzenkandidat Rudolf Anschober im Video-Interview.

Der Spitzenkandidat der Grünen für Oberösterreich, Rudolf Anschober, holt im Video-Interview gegen die FPÖ aus. Zudem kritisiert er, dass 18 Prozent in Oberösterreich nur einen Pflichtschulabschluss haben: "Das ist alarmierend." Im Bildungsbereich müssen Reformen her, auch der öffentliche Verkehr gehöre ausgebaut: "Da ist Oberösterreich längst nicht da, wo es hingehört."

Rudolf Anschober ist oberösterreichischer Landesrat und Landessprecher der Grünen.

KURIER feat. neuwal.com

Dieses Video-Interview wurde vom Politik- und Wahljournal neuwal.com geführt und dem KURIER zur Verfügung gestellt. Die innovative Polit-Onlineplattform wurde 2013 mit dem Dr. Karl Renner Publizistikpreis ausgezeichnet. Der KURIER kooperiert mit neuwal.com für die Wahlen in Oberösterreich und Wien. KURIER-Leser hatten im Vorfeld die Möglichkeit Ihre Fragen an die Spitzenkandidaten zu posten, diese sind in die Vorbereitung der Interviews eingeflossen. Hier finden Sie alle bereits erschienenden Videos.

Rudolf Anschober (Grüne) im Video-Interview

(apa / csm) Erstellt am
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