Politik | Inland
26.01.2018

VP-Stelzer:"FPÖ in OÖ hätte anders reagiert"

Rücktritts-Debatte neu befeuert.

Die Burschenschaft Germania mag ihren Schuldigen gefunden haben – die Kritik an Udo Landbauer, der am Sonntag unter dem Motto "Jetzt erst recht!" als FPÖ-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Niederösterreich antritt, reißt dennoch nicht ab. Im benachbarten Bundesland Oberösterreich, wo Schwarz-Blau seit 2015 regiert, wird die Causa offenbar mit Argwohn beobachtet. So sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer auf KURIER-Anfrage: "Ich bin überzeugt, dass die FPÖ in Oberösterreich anders reagiert und die nötigen Konsequenzen daraus gezogen hätte."

Landbauer denkt aber nicht ans Aufhören, die Bundes-FP stärkt ihm den Rücken und der Regierungspartner ÖVP hütet sich davor, auf Landbauers Rolle in der Causa einzugehen. Der 31-Jährige behauptet ja, die antisemitischen Lieder (siehe Bericht links) nicht gekannt zu haben.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen kauft ihm das nicht ab: "Das müssen ja alle Mitglieder dieser Burschenschaft gewusst haben, was in diesem Liederbuch gestanden ist, auch der Vize-Obmann." Die Frage, ob ein Rücktritt fällig wäre, hält Van der Bellen, für "wichtig". In den niederösterreichischen Wahlkampf werde er sich aber nicht einmischen, betont das Staatsoberhaupt.

VdB nahm am Donnerstag an einer Gedenkveranstaltung des Europarats zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz teil und versicherte dort angesichts der Antisemitismus-Debatte: "Das ist nicht Österreich." In der Causa werden sich "die Verantwortlichen zu rechtfertigen haben".