Coolmen

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Politik | Inland
09/12/2014

Zwerge als größter Wahlkampf-Aufreger

Landtagswahl: ÖVP will nichts von einer schmutzigen Kampagne wissen. Die anderen seien nervös.

Der Diebstahl von 400 „Coolmen“ bleibt ungesühnt. So wird es zumindest die SPÖ Vorarlberg sehen, der die Werbefiguren vor drei Wochen abhanden gekommen sind. „Ich bin überrascht, wie schnell dieses Verfahren abgeschlossen wurde“, sagt SPÖ-Chef Michael Ritsch.
Wie die Vorarlberg Nachrichten berichten, hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch ihre Ermittlungen zum Diebstahl der Zwerge eingestellt. Es sei kein Vorsatz nachweisbar, da die SPÖ ja von Anfang an erklärt hatte, dass die Figuren mitgenommen werden dürften. Ritsch macht kein Hehl daraus, wie die Entscheidung seiner Ansicht nach zustande gekommen ist: „Der Arm der ÖVP ist offenbar sehr lang.“

Zahme Herausforderer

Die Roten haben stets die ÖVP hinter der Klau-Aktion vermutet. Sie bleibt vor dem Urnengang am 21. September der größte Aufreger des Wahlkampfs. FPÖ, Grüne und Neos haben den Schwarzen zwar vereinzelt ebenfalls vorgeworfen, keine saubere Kampagne zu führen. Insgesamt hatten jedoch alle Herausforderer die Samthandschuhe an. Und das, obwohl ihr Ziel lautet, die Absolute der ÖVP zu brechen. Dietmar Wetz, Geschäftsführer der Schwarzen, erklärt sich das so: „Alle wollen in die Regierung und biedern sich ständig an.“ Die Vorwürfe der Konkurrenten tut er ab. „Das zeugt nur von ihrer Nervosität.“ Man habe keine schmutzige Kampagne geführt.

Die Neos hatten etwa ein Massenmail von Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein (ÖVP) an alle Vorarlberger Unternehmer kritisiert, in dem um Unterstützung für den Landeshauptmann gebeten wird. Markus Wallner tritt erstmals als Spitzenkandidat an und muss fürchten, nicht nur die Absolute zu verlieren, sondern auch unter 40 Prozent zu stürzen. Wetz will auf Umfragen nicht viel geben: „Das ist mein fünfter Wahlkampf. 2009 haben uns Umfragen Ende August auch bei 43 Prozent gesehen.“ Geworden sind es dann knapp über 50 Prozent. Der VP-Geschäftsführer sieht es wie Wallner, der zuletzt im KURIER-Interview meinte: „Die Vorarlberger Volkspartei könnte auch überraschen.“

FPÖ, Grüne und Neos bieten sich indes als Koalitionspartner an, falls die ÖVP einen brauchen würde. Und selbst SPÖ-Geschäftsführer Reinhold Einwallner sagt nach all der Zwergenaufregung: „Wir sind offen für eine Regierungsbeteiligung.“