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Vorarlberg
04/26/2016

Glaubensgemeinschaft muss Islamlehrer überprüfen

Der Lehrer soll auch Frauen den Handschlag verweigert haben.

Der Religionsunterricht eines Islamlehrers in Vorarlberg erregt heftige Kritik von Direktoren und Lehrpersonen. Zum einen unterrichte er einseitig, zum anderen halte er sich auch nicht an traditionelle Sitten und Gebräuche. Konkret: Der Mann soll Frauen aus religiösen Gründen den Handschlag verweigern.

Der Landesschulrat bat die Islamische Glaubensgemeinschaft um eine Überprüfung des Falls.

Landesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) erklärte am Dienstag in einer Aussendung, dass die Glaubensgemeinschaft eine Überprüfung zugesagt habe. Das Verfahren solle in Kürze abgeschlossen sein. Mennel hielt unmissverständlich fest, dass "Lehrer, die an österreichischen Schulen unterrichten, selbstverständlich verpflichtet sind, den Lehrplan ordnungsgemäß und kompetent einzuhalten und landesspezifische Werte, Sitten und Gebräuche zu berücksichtigen". Dazu gehöre vor allem auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau. "Wer diese Vorgaben nicht anerkennt, ist nicht tragbar", so die Landesrätin.

Parteien einig

Auch in den Reihen der Landtagsparteien war die Meinung einheitlich. FPÖ-Klubobmann Daniel Allgäuer hatte laut Vorarlberger Nachrichten eine Anfrage an Mennel gestellt, in der er unter anderem Aufklärung über den Umgang mit dem Pädagogen seitens des Landesschulrats verlangte.

Unisono hieß es: Die Regeln des Anstands und des Respekts gelten überall. "Die Verweigerung des Handschlags ist kein religiöses Gebot, sondern Ausdruck eines äußerst problematischen Bildes vom Verhältnis zwischen Mann und Frau. Das ist für mich inakzeptabel", so die Grün-Abgeordnete Vahide Aydin. ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück erwartete sich gerade von Lehrern Vorbildfunktion. Er forderte disziplinarrechtliche Schritte und konnte sich ein Betretungsverbot für das Schulgebäude für den betroffenen Lehrer vorstellen.