Politik | Inland
29.08.2017

Volkshilfe fordert Kinder-Grundsicherung

Die Ausgaben für die Schule sollen von der öffentlichen Hand übernommen werden.

Der Schulbesuch in Österreich wird immer teurer, im Schnitt geben Eltern rund 855 Euro pro Schuljahr und Kind aus. Das ergibt die aktuelle Schulkosten-Erhebung der Arbeiterkammer.

Diese Ausgaben können sich viele Eltern nicht mehr leisten. Ihre Kinder haben dadurch weniger Bildungschancen und werden ausgegrenzt. Laut EU-Statistik sind in Österreich 356.000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren armuts- oder ausgrenzungsgefährdet.

Für die Volkshilfe Österreich sind diese Entwicklungen ein Alarmsignal. Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger verlangt nun eine Kindergrundsicherung für armutsbetroffene junge Menschen und eine öffentliche Finanzierung schulrelevanter Zusatzausgaben.

Die Kindergrundsicherung könnte demnach ein Fixbetrag sein, der über die Familienbeihilfe hinausgeht. Jede Bezieherin oder jeder Bezieher von Familienbeihilfe würde eine bestimmte Summe – Fenninger rechnet mit 500 Euro – ausbezahlt bekommen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes SORA, die im Juli unter 1000 Österreichern durchgeführt wurde, ergibt es eine satte Mehrheit für die Kindergrundsicherung. 68 Prozent der Befragten stimmen einer Einführung der Kindergrundsicherung zu, 27 Prozent wollen sie „eher nicht“, fünf Prozent der Befragten geben keine Antwort. Fenninger bewertet die Umfrage-Ergebnisse als „große solidarische Haltung der Österreicher“.