Politik | Inland
28.05.2017

Umfrage: "Mehrheit der Wähler für Kombinationen rechts der Mitte"

Der Dreikampf Kern, Kurz, Strache wird brutal: In Summe haben Koalitionsvarianten mit ÖVP- und FPÖ-Führung derzeit die Nase vorn.

Links gegen Rechts, Rechts gegen Links. Ähnlich wie bei der Bundespräsidentenwahl im Vorjahr stehen sich auch heuer im Nationalratswahlkampf zwei Lager relativ unversöhnlich gegenüber.

Das zeigt die neueste KURIER-OGM-Umfrage, in der mit Bezug auf den Wahltermin 15. Oktober mögliche Regierungsvarianten abgefragt wurden. Gleichauf liegen mit jeweils 17 Prozent Zustimmung Schwarz-Blau mit einem ÖVP-Kanzler als Regierungschef beziehungsweise die ebenso beliebte, aber wahlarithmetisch relativ unwahrscheinliche Dreier-Koalition SPÖ-Grün-Neos unter einem roten Kanzler.

Mit einigem Respektabstand folgt dahinter mit elf Prozent Zustimmung Blau-Schwarz mit einemFPÖ-Kanzler an der Spitze. Und knapp dahinter im Beliebtheitsranking folgen Rot-Schwarz bzw. Rot-Blau – mit je zehn Prozent.

So weit, so klar.

Auch einzeln betrachtet, also auf die Personen Kern, Kurz und Strache bezogen, schneidet der amtierende Kanzler trotz der hohen Beliebtheitswerte des jungen ÖVP-Chefs sehr gut ab.

Roter Kanzler in Summe bevorzugt

Rechnet man nämlich alle Varianten zusammen, in denen sich die Bevölkerung einen roten Kanzler wünscht, kommt Kern in Summe auf 37 Prozent Zustimmung, Kurz kommt auf 31 und Strache lediglich auf 15 Prozent.

Kanzlerbonus

OGM-Chef Wolfgang Bachmayer erklärt dieses Ergebnis mit dem Kanzlerbonus von Christian Kern.

Zulässig sei es angesichts der Lagerbildung aber auch, die rechten Koalitionsvarianten zusammenzuzählen, sagt der Meinungsforscher. Und dann lautet das Ergebnis: 46 zu 31 Prozent für eine Regierung mit Schwarz oder Blau.

Das kommt so: Die klare Mehrheit der ÖVP-Wähler wünscht sich Schwarz-Blau unter einem – logisch – schwarzen Kanzler. Und die ebenso klare Mehrheit der Blau-Wähler ist für FPÖ-ÖVP unter blauer Führung. Bachmayer: "Das zusammen ergibt die doch relativ klare Mehrheit für Kombinationen rechts der Mitte."

20 Prozent der Wähler unentschlossen

An diesen Ergebnissen kann sich freilich noch viel ändern. Nicht nur sind Themen wie etwa das Verhältnis der SPÖ zur FPÖ noch nicht ganz ausdiskutiert, auch sind knapp 20 Prozent der Wähler noch unentschlossen, wem sie ihre Stimme geben sollen.

Außerdem dürfte sich die Lagerbildung noch verstärken, prognostiziert Bachmayer: "Jetzt haben wir noch Varianten wie Rot-Grün-Neos oder Schwarz-Grün-Neos im Rennen. Aber das wird sich spätestens dann ändern, wenn in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, es gehen sich Koalitionen mit den Kleinparteien nicht aus." Und das spielt in weiterer Folge Kern und Kurz in die Hände.