Politik | Inland 14.04.2012

U-Ausschuss: Was auf der Polit-Bühne passiert

Der Auftritt von Ex-Minister Karl-Heinz Grasser ist einer der dramaturgischen Höhepunkte. Ein Blick hinter die Kulissen.

Wenn der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser am Dienstag ins Lokal VI des Parlaments kommt, erlebt der Untersuchungsausschuss einen seiner bisherigen Höhepunkte: Fotografen und Kamera-Teams werden sich im Foyer mit allen Mitteln um die besten Plätze balgen. Im Ausschuss selbst werden – wie bei den Einvernahmen von Peter Hochegger und Ernst Strasser – Journalisten am Boden sitzen, weil Sitzplätze Mangelware sind.

Und mit Grassers Anhörung beginnt kommende Woche im U-Ausschuss die politische Aufarbeitung des BUWOG-Komplexes – und damit eines, wenn nicht sogar des verworrensten Themenfelds, das die Parlamentarier bearbeiten. Grassers Auftritt, so viel ist sicher, wird eine Polit-Show: Eine Woche vor dem „Event“ haben TV-Stationen Live-Einstiege aus dem Parlament fixiert und geprobt. Auch Grasser selbst wird viel auf Theatralik und wenig auf Inhalt setzen – gegen ihn laufen Ermittlungen, er kann und wird sich bei heiklen Fragen auf sein Entschlagungsrecht berufen.

Duell

Anstoß: Ex-Mitarbeiter Ramprecht brachte die Causa ins Rollen.
© Bild: ap

Also alles halb so spannend? Mitnichten. Denn insbesondere das Aufeinandertreffen von Grasser und seinem einstigen Mitarbeiter Michael Ramprecht wird interessant. Ramprecht ist unmittelbar vor Grasser geladen – und er behauptet, der BUWOG-Verkauf sei geschoben worden („Das war ein abgekartetes Spiel“). Seit Jahren befehden einander Grasser und Ramprecht vor Gericht.

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( Kurier ) Erstellt am 14.04.2012