Politik | Inland 14.03.2012

U-Ausschuss: Strasser hat für VCP-Beratung kräftig verdient

© Bild: APA HELMUT FOHRINGER

Der Chef der Vienna Capital Partners (VCP) stand dem Ausschuss Rede und Antwort - er konnte aber auch nicht sagen, was Strasser für das Geld machte.

Der ehemalige Innenminister Ernst Strasser (V) hat durch seine Arbeit bei Vienna Capital Partners (VCP) kräftig verdient. Wofür genau, wurde heute im parlamentarischen Korruptions-U-Ausschuss allerdings nicht klar. Laut VCP-Geschäftsführer Heinrich Pecina hat er für zwei Telekomprojekte insgesamt 44 Stunden als "Managing Director" gearbeitet. Wie viel er dafür erhalten hat, wollte Pecina mit Verweis auf das Firmengeheimnis nicht verraten. Nur soviel: Das übliche Gehalt für eine derartige Position liege zwischen 200.000 und 400.000 Euro jährlich.

Pecina betonte, Strasser habe eine Gesamtkompensation bekommen, er sei auch bei anderen Projekten tätig gewesen. "Wir haben ihm vieles an Einsichten zu verdanken", meinte Pecina. Die primäre Aufgabe von Strasser war es nicht, an Telekomprojekten zu arbeiten, sondern im Energiebereich, gab er zu bedenken. Strasser sollte laut Pecina bei der VCP Energy "das Geschäft aufbauen". Konkrete Projekte nannte er auf Nachfrage nicht.

"Keine Wahrnehmung"

Dass mit Strasser in Telekomfragen in Niederösterreich und Oberösterreich zusammengearbeitet wurde, habe nichts mit der ÖVP-Niederösterreich-Vergangenheit von Strasser zu tun, erklärte Pecina. Ob Strasser hier politisch lobbyiert habe? "Dazu habe ich keine Wahrnehmung", so Pecina. Die beiden Telekom-Aufträge gab es jedenfalls zum Zeitpunkt des Engagements Strassers noch nicht, betonte Pecina.

Dass Strasser primär für den Energiebereich der VPC tätig gewesen sein soll, obwohl er keinen bekannte Expertise in diesem Bereich hat, verteidigte Pecina. Es sei um einen Führungsposition und nicht um einen Techniker gegangen.

Pecina hatte sich - im Gegensatz zum heutigen Zeugen Ernst Strasser - von der Telekom vom Betriebsgeheimnis entbinden lassen. Pecina räumte auf Nachfrage ein, dass er Strasser mit seinem heutigen Wissen nicht mehr beschäftigen würde.

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Erstellt am 14.03.2012