Politik | Inland
02.06.2017

Eurofighter-Experte im Ministerium nicht eingebunden

Ministerialbeamter Hofer sah sich bei Vergleichsverhandlungen von Darabos ausgeschlossen.

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Der Eurofighter-Untersuchungsausschuss hat am Freitag schon zu Beginn neue Einblicke in die Vergleichsverhandlungen gegeben. Der für die Abfangjäger-Beschaffung zuständige Ministerialbeamte Karl Hofer gab an, gar nicht eingebunden gewesen zu sein. Auch hätte der damalige Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) mehr Rückhalt im Ressort gehabt - "hätte er diese Unterstützung auch verlangt".

Von 2004 bis 2012 war Hofer laut eigener Aussage direkt mit der Einführung der Eurofighter befasst, wobei er laut eigener Aussage das komplette Projekt zu koordinieren hatte. "Aus meiner Sicht als damals Verantwortlicher war ich zum Thema Vergleich nicht gefragt, obwohl es gewissermaßen meine Zuständigkeit war", meinte er zu Verfahrensrichter Ronald Rohrer und weiter: "Warum ich nicht eingebunden wurde, weiß ich nicht, da kann man spekulieren."

Anfragen habe es gegeben

Auf die Stimmung im Ministerium angesprochen, die sich angeblich gegen die Vorgehensweise von Darabos gerichtet haben soll, meinte der Beamte: "Unterstützung wäre sehr wohl gegeben gewesen, hätte er diese Unterstützung auch verlangt." Ob der damalige Verteidigungsminister selbst Schuld am selbst beklagten fehlenden Rückhalt gewesen sei? "Ja", antwortete Hofer, der die Zuständigkeit für Zahlenmaterial als sein "Schwergewicht" angab.

Ob Darabos andere Experten im Ministerium eingebunden habe, konnte der Zeuge nicht beantworten. Zumindest von der Task Force zur Causa Eurofighter habe es "fallweise" Anfragen gegeben, Unterlagen bereitzustellen. Dabei habe es sich aber meistens um statistisches Material gehandelt, sagte Hofer, der sich den Zusammenhang laut eigenen Angaben oft nicht erklären konnte. "Klassische wissenschaftliche Berechnungen zu einzelnen Modellen" waren ihm hingegen "nicht in Erinnerung".

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