Politik | Inland
25.01.2018

Tirol-Wahl: Den Grünen schlägt die entscheidende Stunde

Öko-Partei kämpft um zweistelliges Ergebnis und Schwarz-Grün II.

Die Landtagswahl wird zur Schicksalswahl für die Tiroler Grünen. Gelingt ihnen das politische Comeback und nach dem Desaster bei der Nationalratswahl die zumindest landespolitische Wiederauferstehung oder geraten sie in den negativen Bundes-Sog. Und nicht zuletzt geht es auch um eine Fortsetzung der schwarz-grünen Landeskoalition.

Viel Druck für Spitzenkandidatin und LHStv. Ingrid Felipe. Noch dazu, da sie ja als damalige Bundessprecherin für den Rausflug aus dem Parlament maßgeblich mitverantwortlich war. In den Monaten seit der Wahl nahm sich Felipe öffentlich ein wenig zurück. Mangelnde Motivation stellt sie in Abrede. Im Gegenteil: Nun wolle sie richtig durchstarten. Das wird auch nötig sein, denn wie immer in einem Wahlkampf hängt das "Wohl und Weh" zu einem Gutteil auch von der Frontfigur ab.

Fokus auf Umwelt

Die Marschrichtung der Tiroler Grünen ist klar: Volle Konzentration auf Umwelt- und Naturschutz, klare (Plakat)-Werbebotschaften und massives Warnen vor einer möglichen schwarz-blauen Koalition analog jener im Bund. Als "Umweltfighter" zieht man in den Wahlkampf, die es notwendiger denn je brauche, um touristischen Auswüchsen Herr zu werden und den Lebensraum zu erhalten.

Zu einem Vorteil könnte den Tiroler Grünen gereichen, dass sie tatsächlich einiges an Erfolgen in ihrer Regierungszeit vorweisen können - gerade im Bereich des öffentlichen Verkehrs mit einem entsprechenden Ausbau, einer Tarifreform sowie dem Tirol-Ticket. Auch die Natura 2000-Nominierungen wären ohne Grüne wohl nicht so vonstattengegangen. Auch der "Luft-100er" sowie das sektorale Lkw-Fahrverbot kann die Öko-Partei auf ihrer Habenseite verbuchen. Parteipolitisch schmerzhaft ist, dass Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) das Transit-Thema in den vergangenen Monaten so an sich gerissen hat.

Zehn-Prozent-Hürde entscheidend

12,59 Prozent hatten die Grünen bei der Landtagswahl 2013 eingefahren. Es wird wohl nötig sein, nicht deutlich unter die Zehn-Prozent-Marke zu fallen, um im Regierungsspiel zu bleiben. Denn gleichzeitig ist laut Umfragen ein starker Zugewinn der FPÖ, die von nur 9,34 Prozent startet, zu erwarten. Um Schwarz-Grün II sicherzustellen, dürfen die Grünen keine Kleinpartei werden.

Die Ausgangsposition ist alles andere als einfach. Auch weil die finanziellen Ressourcen - wegen der finanziellen Hilfe für die Bundespartei - diesmal mehr als begrenzt sind. Und auch das Migrations- und Flüchtlingsthema noch negativ nachhallen kann. Der 25. Februar 2018 - der wohl wichtigste Tag in der bisherigen Geschichte der Tiroler Grünen.