Politik | Inland 05.12.2011

Telekom-Geld? 24.000 Euro für Rudas-Projekt

Der Ex-Lobbyist Peter Hochegger sponserte die "Aktion Füreinander" von SP-Geschäftsführerin Laura Rudas.

Peter Hochegger war am Dienstag wieder von der Staatsanwaltschaft einvernommen worden. Thema waren die Zahlungsflüsse der Telekom Austria. Dort kursieren seit längerem Gerüchte, Hochegger habe auch eine Zahlung an SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas geleistet.

Hochegger bestätigte dem KURIER gegenüber per eMail, nicht direkt an Rudas, aber für ein Projekt der Politikerin gesponsert zu haben. "2008 wurde ein Projekt im Bereich der Aufklärungsarbeit für benachteiligte Frauen, das von Frau Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas ins Leben gerufen worden ist, von der damaligen Agentur Hochegger-COM, mit €20.000 zuzüglich 20 % Ust. unterstützt." Dieses Projekt sei auch "von vielen anderen, namhaften österreichischen Unternehmen" gesponsert worden.

"Aktion Füreinander"

Laura Rudas: "Hochegger kann nur Aktion Füreinander gemeint haben."
© Bild: KURIER/Schraml

Rudas erklärt gegenüber dem KURIER, Hochegger habe mit diesem Betrag die von ihr 2008 als damalige SP-Jugendsprecherin gegründete "Aktion Füreinander" gesponsert. Im Mittelpunkt sei das Bewusstsein für Zivilcourage gestanden. Rudas: "Das war eine erfolgreiche Kampagne, an der sich einige namhafte Unternehmen als Sponsoren beteiligt haben. Die bekamen auch eine Leistung dafür, das ist alles nachvollziehbar und dokumentiert". Alle Sponsoren "waren mit Logos vertreten, es gab Plakate, City Lights, Inserate, Berichte in der Kronenzeitung und Beiträge im ORF". Die Aktion wurde von Promis unterstützt, darunter auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl und der verstorbene Altbürgermeister Helmut Zilk. Konzipiert und abgewickelt wurde von der Euler-Rolle Media.

Medienpartner waren die Kronenzeitung, ORF-Wien und Gewista. Als Sponsoren traten neben Hochegger der Bäcker Mann, die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, das Echo-Medienhaus, Dr. Michael Havel und Schaechter Pst. auf.

Dass Hochegger allerdings von einem Frauenprojekt schreibt, kann Rudas nicht nachvollziehen. Er könne wohl nur die "Aktion Füreinander" gemeint haben. Rudas mit Nachdruck: "Ich schließe aus, von Hochegger jemals persönlich oder für irgendein anderes Projekt Zahlungen erhalten zu haben".

So genau kann sich Rudas nicht mehr erinnern, doch es könne schon sein, dass sie Hochegger, dessen Skandale damals noch nicht öffentlich bekannt waren, selbst angesprochen habe. Aber "über die Summe habe ich mit ihm nicht geredet, ich war nie für Verrechnungen zuständig". Das habe Euler-Rolle übernommen.

Ob die Hochegger-Spende tatsächlich Telekom-Geld gewesen sei, wisse sie nicht: "Aber ich hätte mit der Telekom als Sponsor auch kein Problem gehabt". Jedenfalls schwört sie, nie von der Telekom oder Hochegger um eine Gefälligkeit gebeten worden zu sein, geschweige denn eine solche erfüllt zu haben. Und Hochegger betont, seine Valora habe niemals Zahlungen an Rudas getätigt.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011