Politik | Inland
30.11.2017

Studie zu Islam-Kindergärten: Aslan sorgt erneut für Ärger

Laut dem Wiener Bildungsstadtrat Czernohorszky hat Aslan seinen Beitrag zur Gesamtstudie unkommentiert an das Rathaus geschickt.

Die Stadt Wien wartet weiterhin auf das Ergebnis der großen, gemeinsam mit dem Integrationsministerium 2015 in Auftrag gegebenen Studie zu Wiener Islam-Kindergärten. Ein Vorstoß von Ednan Aslan, Teil des sechsköpfigen Wissenschafterteams, sorgt nun für Verärgerung im Rathaus. Denn Aslan hat - ungeachtet des geforderten gemeinsamen Endberichts - seinen Beitrag unkommentiert an die Stadt geschickt.

Das berichtete Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) am Donnerstagnachmittag der APA. "Heute ist der MA 11 (zuständig u.a. für Kindergartenkontrollen, Anm.) von Herrn Professor Aslan einseitig sein Arbeitsbeitrag geschickt worden", sagte der Ressortchef. Dieses Vorgehen sei "verwunderlich". Denn der Auftrag an die Forscher der Uni Wien und des FH Campus Wien umfasse auch einen gemeinsamen Endbericht, der vom wissenschaftlichen Beirat geprüft sei.

"Habe Spielchen satt"

"Ich muss ehrlich sagen: Ich habe diese Spielchen satt", ärgerte sich Czernohorszky. Ein Wettbewerb, wer wem was als erster schickt, sei in der Causa überhaupt nicht zielführend. Insofern wolle er den Inhalt des offenbar gut 70-seitigen Aslan-Beitrags derzeit weder preisgeben noch kommentieren: "Es wird ja wohl möglich sein, bei einem Ding, wo die ganze Republik darauf schaut, das seriös und faktenbasiert zu machen", appellierte er an das Gremium, sich auf ein Resümee zu einigen und dieses dann zu präsentieren. In diesem Sinne werde man Aslan und dem restlichen Forscherteam auch antworten.

Immerhin handle es sich um "sechs erwachsene Menschen, hoch professionelle Wissenschafter". Er hoffe, dass die gesamte Studie noch vor Weihnachten vorliege, dann könne man diskutieren, wo es Probleme gibt, was zu tun sei und was eventuell durch die jüngsten Schritte der Stadt - ein strengeres Kindergartengesetz und mehr Kontrollen - "schon gut erledigt" worden sei.

Aslan war im Zusammenhang mit der Causa Islam-Kindergärten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Im Zuge seiner ersten, nicht sehr umfangreichen Untersuchung im Auftrag des Außen- und Integrationsministeriums war er mit dem Vorwurf konfrontiert, die wissenschaftlichen Standards nicht eingehalten zu haben. Ein Uni-Gremium prüfte die Beschuldigungen. Es stellte zwar kein expliziertes Fehlverhalten fest, ortete aber zahlreiche Mängel methodischer Art.