Politik | Inland
06.04.2017

Stelzer bestätigt: 92,7% für OÖ-Landeshauptmann

51 von 55 Landtagsabgeordneten stimmen für ÖVP-Wahlvorschlag.

Mit 92,7 Prozent hat der oö. Landtag am Donnerstag Thomas Stelzer (ÖVP) zum Nachfolger von Landeshauptmann Josef Pühringer gewählt. Die Hofübergabe nach 22 Jahren an der Spitze des Landes an Pühringers Kronprinzen ging damit wie geplant über die Bühne. Der neue Landeshauptmann sprach von "bewegenden Momenten". Dem Wahlvorschlag der ÖVP stimmten von den 55 Landtagsabgeordneten 51 zu.

Pühringer wurde in der Sitzung verabschiedet. Von allen Parteien gab es Lob für sein Lebenswerk. Ein bitterer Beigeschmack war allerdings für Grünen-Landesrat Rudi Anschober, von 2003 bis 2015 ÖVP-Koalitionspartner, dabei: Es sei bedauerlich, dass Pühringer Schwarz-Blau zugestimmt habe: "Du hast damit dein politisches Denkmal beschädigt." Abgesehen von dieser kurzen Bemerkung würdigte Anschober Pühringer aber als jemanden, der es geschafft habe, "weitgehend unbestritten zu handeln und zu agieren" und "enorm viel in Oberösterreich bewegt" zu haben. Als Dank gab es Schokolade, Wein und eine grüne Hängematte für die Pension.

SPÖ-Landesrätin Birgit Gerstorfer unterhielt mit einem launigen Poetry-Slam mit einer Pühringer-Marionette, die dem Landeshauptmann a.D. als Geschenk überreicht wurde. "Sepp Pühringer ist zweifelsohne eine oö. Politikone, unsere Sonne am Zenit über'm Land von Most und viel Granit." Dann nahm sie Anleihe bei der Landeshymne: "Das Volk hat ihn von Herzen gern, net wia's Hünderl sein'n Herrn, sondern in der Einsicht, dass er sich für's Land ein Bein bricht."

FPÖ schenkt Bild von Hofers Lieblingsmaler

"Ich kenne dich schon viel länger als du mich", sagte dann der neue Koalitionspartner LHStv. Manfred Haimbuchner (38) von der FPÖ, denn er sei erst ein Jahr vor Pühringers Einzug in den Landtag geboren worden. Er lobte Pühringer als jemanden, der "Politik mit jeder Zelle" gelebt habe, den "niemand jemals biegen" konnte und der ihm im Konfliktfall stets "mit offenem Visier" begegnet sei. "Deine Authentizität hat dich glaubwürdig gemacht", so Haimbuchner, "es tut uns leid, dass du gehst." Als Abschiedsgeschenk bekam Pühringer neben einer Luther-Bibel einen Gutschein für ein Gemälde des Innviertler Malers Odin Wiesinger - bekannt als Lieblingskünstler von FPÖ-Nationalratspräsident Norbert Hofer.

Pühringer habe Oberösterreich zu "einem Land des Zusammenhalts" gemacht, und sei immer ein "Verbinder und Zusammenführer" gewesen, auch innerhalb der ÖVP, sagte Nachfolger Thomas Stelzer. "Du hast uns als Parteiobmann fest geführt, aber immer auch ausreichend Freiraum für Ideen gelassen." Er dankte Pühringer, dass ihm dieser einen Übergang ermöglicht habe, wie er ihn sich "besser nicht hätte wünschen können".

Pühringer bewegt

"Ich bin dankbar, dass ich in diesem Land so lange mitgestalten durfte", sagte ein sichtlich bewegter Pühringer. Er werde nun sicher nicht in die "Sektion der Besserwisser und Zwischenrufer" treten. Er wünsche sich, dass das Klima des Verständnisses und der gegenseitigen Wertschätzung in OÖ erhalten bleibe. Seinem Nachfolger streute er Rosen: "Ich bin der festen Überzeugung, dass bei Thomas Stelzer an der Spitze der Landesregierung das Land in besten Händen ist."