Politik | Inland
22.12.2017

Steirer-ÖVP schützt aufmüpfigen Rauch-Gegner

Der Rauchverbot-Befürworter Josef Smolle sorgt in der ÖVP für Unmut - und wird dennoch im Jänner für die Volkspartei ins Parlament einziehen.

Gegen Strache-Kurz-Plan. Obwohl er offiziell noch gar nicht in den Nationalrat eingezogen ist, sorgt der steirische ÖVP-Politiker Josef Smolle bereits für Aufregung: Im KURIER richtete der Ex-Rektor der Medizinischen Universität in Graz der Parteispitze aus, dass er als Abgeordneter gegen die von ÖVP und FPÖ geplante Aufhebung des Rauchverbots ankämpfen werde. Einen Platz im Hohen Haus erbt Smolle, weil die steirische Mandatarin Juliane Bogner-Strauß als Familienministerin in die Regierung wechselt.

Die provokante Aussage Smolles sorgt in der Bundes-ÖVP allerdings für Unmut. Smolle durfte sich nun offiziell nicht mehr zum Thema äußern – im ÖVP-Klub wollte man seine Ansage ebenfalls nicht kommentieren. Die schlichte Begründung: "Er ist nicht Abgeordneter des Klubs." Ob er das wird, werde man erst im Jänner sehen. Es dauerte nicht lange, da kursierten in der ÖVP bereits Szenarien, wie der aufmüpfige künftige Abgeordnete noch abgeschossen werden könnte.

Allein, das ginge nicht ohne die steirische ÖVP. Denn Bogner-Strauß hat das einzige ÖVP-Mandat der steirischen Landesliste, die restlichen Steirer zogen über ihre Wahlkreise ins Parlament ein. Weil Smolle nun der nächste auf der steirischen Liste ist, gebührt ihm der Platz. Der Bund oder andere Länder haben darauf keinen Einfluss – und die Steirer denken nicht an eine Rochade: "Smolle zieht ein, daran wird nicht gerüttelt", heißt es aus dem Umfeld des steirischen Landeshauptmannes Hermann Schützenhöfer.