Politik | Inland
20.04.2017

SPÖ-Spitzenkandidat? Schnabl entscheidet Dienstag

Kerns Favorit Franz Schnabl macht es spannend.

Franz Schnabl hat sich selbst eine Deadline gesetzt. Kommenden Dienstagabend wird der Vice President für Human Ressources bei Magna entscheiden, ob er den internationalen Konzern verlässt und für die SPÖ in die Regionalpolitik einsteigt. Geht es nach Kanzler Christian Kern, soll der Quereinsteiger als SPÖ-Spitzenkandidat die absolute Mehrheit der Schwarzen in Niederösterreich brechen.

"Am Wochenende kommt die Familie zu Wort. Am Montag und am Dienstag habe ich noch ein Treffen mit der Arbeiterkammer und den SPÖ-Pensionisten. Danach werde ich entscheiden und Kanzler Christian Kern am Dienstagabend informieren", skizziert Schnabl seinen Zeitplan.

"Blutwurzeln" in Niederösterreich

Der Reiz in die Politik zu gehen, existiert. Denn "man kann nicht immer nur bequem aus der zweiten Reihe die Lösungen finden", meint der Top-Manager. Er selbst bezeichnet sich als "politischen Menschen". Schon seit seiner Jugend ist der 58-Jährige ein überzeugter Sozialist. Zuerst bei der Sozialistischen Jugend in Neunkirchen, wurde er später Landessprecher der Jungen Generation im Burgenland. "Ich habe schon mit 20 geheiratet und wohnte damals bei den Schwiegereltern. So kam ich ins Burgenland, aber meine Blutwurzeln sind in Niederösterreich", erzählt Schnabl.

Bevor der Ex-Polizeigeneral, der bei Magna Europe für 70.000 Arbeitnehmer und 142 Standorte verantwortlich ist, wirklich seinen hoch dotierten Managementposten aufgibt, müssen sämtliche seiner Bedingungen erfüllt sein. Diese hat er Bundeskanzler Christian Kern schriftlich geschickt. Rein rational, wird kaum jemand Schnabl zu diesem Schritt raten. Die Entlohnung ist geringer, das Risiko des Scheiterns ist groß, die Lebensqualität sinkt und man steht ständig in der Kritik. Trotzdem wittert der mögliche Quereinsteiger seine Chance in Niederösterreich. Denn die Karten werden "neu gemischt".