Politik | Inland
31.08.2017

SPÖ setzt auf Frauen-Power und Promis

Gesundheits- und Frauenministerin Rendi-Wagner tourt durch Länder, Kern hat prominente Unterstützer wie Datenschützer Max Schrems und Krebsspezialist Christoph Zielinski

Sie beweist Humor. Als Kind, gibt sie im SPÖ-Wordrap an, wollte sie immer einen "normalen Vornamen." Ungewöhnlich ist auch die Karriere von Joy Pamela Rendi-Wagner. Anfang des Jahres war die 46-Jährige noch die erste Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit und noch nicht SPÖ-Parteimitglied. Seit März ist die Wienerin Gesundheits- und Frauenministerin und seit 3. August offiziell die Nummer Zwei auf der Bundesliste der Sozialdemokraten hinter Christian Kern. Der Kanzler setzt im Nationalratswahlkampf nebst Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil insbesondere auf die eloquente Medizinerin.

Klebe-Tattoos & Kekse

Rendi-Wagner will ab sofort, – so der Slogan – "eine starke Stimme für Frauen sein" und sich für mehr Einkommensgerechtigkeit einsetzen. "In Österreich verdienen Frauen immer noch 20 Prozent weniger als Männer. Das ist nicht länger hinnehmbar." Mit Forderungen wie diesen und Give-aways wie Keksen und "We can do it!"oder "Feministin"-Klebe-Tattoos im Gepäck besucht Rendi-Wagner ab sofort verstärkt die Bundesländer: Frauenberatungsstellen, Arbeitsmedizinische Zentren und Pflegeheime in Niederösterreich, Wien und der Steiermark stehen ebenso im Kalender der zweifachen Mutter und Ministerin wie Hausbesuche bei Kaffee und Kuchen.

Um den roten Wahlkampf zudem auf Touren zu bringen, engagieren sich seit gestern Prominente wie Ex-SPÖ-Politikerin Brigitte Ederer, Ariel Muzicant , ehemals Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, Physiker Werner Gruber, die Kabarettisten Dolores Schmidinger, Ciro de Luca und Christoph Fälbl für den Kanzler. "Wir unterstützen eine Politik der Haltung, und nicht der Unterhaltung", skizziert Kristin Hanusch-Linser, Koordinatorin des Personenkomitees, die Idee der vereinslosen Plattform. Events und Social-Media-Aktivitäten sollen der Meinungsbildung dienen – dezidiert nicht, um Spenden zu lukrieren.

Krebsspezialist Christoph Zielinski setzt sich für Kern ein, "weil Österreich Kompetenz, Verlässlichkeit, Solidarität und Visionen braucht," der dreifache Oscar-Gewinner Eric Pleskow, weil er "über Lebenserfahrung und Weitblick" verfüge.

Datenschützer Max Schrems, der als "Chancenpartner" die Neos in punkto Digitalisierung berät, will mit seinem nunmehr roten Engagement gegen eine ÖVP-FPÖ-Koalition mobil machen. "Wir haben Schwarz-Blau schon durchgespielt. Unter dem Duo Kurz und Strache gäbe es wohl noch weniger Zurückhaltung als damals."