Politik | Inland
16.11.2017

Männerduell in Wien: Rote Frauen müssen weiter warten

Viele in der Wiener SPÖ hofften auf eine Kandidatin - es mangelt aber an Unterstützung.

Dass sie selbst ins Rennen geht, sei ohnehin nie zur Debatte gestanden, sagt Renate Brauner, Vizebürgermeisterin in Wien und Chefin der dortigen roten Frauen. Bei Noch-Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner und den Wiener Stadträtinnen Sandra Frauenberger und Ulli Sima war das freilich nicht so – sie galten durchaus als potenzielle Nachfolgerinnen von Michael Häupl. Die roten Frauen, viele Parteilinke und auch Häupl selbst sollen jedenfalls eine weibliche Kandidatin favorisiert haben.

Warum es mit Michael Ludwig und Andreas Schieder dennoch zwei Männer sind, die ums Erbe Häupls streiten? Diese Frage ist selbst für Brauner nicht so einfach. "Stimmt, jetzt sind es zwei Männer geworden", sagt sie zum KURIER, allerdings seien "beide Herren bestens geeignet". Zudem sei ein Antritt eine "sehr persönliche Entscheidung. So einfach ist das nicht."

Mit ein Grund ist aber auch, dass es bei keiner der potenziellen Kandidatinnen so aussah, als habe sie genügend Unterstützer in den Bezirken. Auch der Umstand, dass es in Teilen der Wiener SPÖ nach wie vor gut verankerte, männlich dominierte Seilschaften gibt, macht es für die roten Frauen nicht einfacher, eine Personalie durchzubringen.

Keine Frau als Dritte

Eine Variante, die derzeit kursiert, ist der Antritt einer Frau als Konsenskandidatin; etwa, wenn sich Schieder und Ludwig in den kommenden Wochen zu sehr beschädigen. Dass sich etwa Ulli Sima zur Verfügung stellen könnte – ihr Name wird gerne genannt –, glaubt Brauner nicht. " Ich glaube nicht, dass sich noch jemand aufstellen wird."