Politik | Inland
08.06.2017

Schellhorn: "Was Kurz behauptet, stimmt definitiv nicht"

Kurz behauptet, er sei nicht an Schellhorn herangetreten, sondern umgekehrt. Der weist dies erbost zurück: Er habe "wirklich Besseres zu tun gehabt, als mich Herrn Kurz als Wirtschaftsminister anzubiedern".

Der Salzburger Hotelier und NEOS-Abgeordnete Sepp Schellhorn übt heftige Kritik am neuen ÖVP-Chef Sebastian Kurz. Der Außenminister hatte Mittwochabend in der "ZiB 2" dementiert, dass er versucht habe, mehrere NEOS-Politiker für die ÖVP zu gewinnen. Es habe nur einen Fall gegeben, und dabei sei Schellhorn an ihn herangetreten und nicht umgekehrt, sagte Kurz. Der Gastronom hatte wiederum Mitte Mai erklärt, das ÖVP-Angebot, Wirtschaftsminister zu werden, abgelehnt haben.

Nun legt Schellhorn noch einmal nach: "Was Kurz behauptet, stimmt definitiv nicht", sagte Schellhorn der Wiener Zeitung. "Ich lass mir das sicher nicht gefallen, wie würde ich denn sonst dastehen", reagierte Schellhorn sauer.

Kurz' Anruf fand demnach an Schellhorns 50. Geburtstag statt. Er sei auch bereit, seine Telefon-Protokolle zu veröffentlichen. "Ich habe bei meinem 50er wirklich Besseres zu tun gehabt, als mich Herrn Kurz als Wirtschaftsminister anzubiedern. Kurz hat offenbar erkannt, dass die ÖVP kein Angebot für die klein- und mittelständischen Unternehmer hat. Wir bei den NEOS haben das sehr wohl, sein Angebot vom Mai war ein durchsichtiges Manöver", so Schellhorn.

Kurz weist Kritik zurück

Außenminister und ÖVP-Chef Sebastian Kurz weist die Kritik wiederum zurück. Schellhorn habe sich an einer Zusammenarbeit interessiert gezeigt, und Kurz hätte dies für gut befunden, hieß es dazu aus dem Büro des designierten ÖVP-Chefs. "Wir bekräftigen, was gestern in der 'ZiB 2' gesagt wurde.

NEOS-Chef Strolz hatte in einem Tweet behauptet, Kurz telefoniere mehrere NEOS-Abgeordnete durch, um sie abzuwerben. Das hat Kurz in der 'ZiB 2' dementiert und dort auch betont, in den letzten Monaten nur mit Sepp Schellhorn Kontakt gehabt zu haben. Alle andere Unterstellungen sind nicht richtig", hieß es aus dem Büro von Kurz.

"Mit Schellhorn gab es über eine längere Zeit einen guten Kontakt. Unter anderem ein persönliches Treffen, aber auch eine Einladung zu einem von Schellhorn organisierten Zusammentreffen mit Tourismusbetrieben in Salzburg. Schellhorn zeigte sich interessiert, da dieser nicht für Rot-Grün-NEOS zur Verfügung stehen würde. Kurz hätte es wiederum für gut befunden, wenn Schellhorn sich seiner Bewegung anschließt, bei der derzeit viele mitmachen wollen."

Schellhorn habe zunächst den Eindruck erweckt, mitmachen zu wollen, aber dann abgesagt, so ein Sprecher des Außenministers.

INFO: Das Interview mit Kurz in der ORF-TVThek (noch 5 Tage)