Sabine Oberhauser und ihr Labrador Felix: Bewegung mit Spaß

© KURIER/Jeff Mangione

Politik von Innen
12/25/2014

Sabine Oberhauser: "G’sund und lustvoll"

Wie die Gesundheitsministerin mit dem Rauchen fertig wurde. Und wie sie Kinder zu Bewegung motivieren will.

von Daniela Kittner, Jeff Mangione

Sabine Oberhauser hat als Ärztin jahrelang in einem Stressjob mit Nachtdiensten gearbeitet. Sie hat zwei Kinder großgezogen. Sie hat geraucht und eine stattliche Anzahl von überflüssigen Kilos angesammelt.

Seit September ist Sabine Oberhauser Gesundheitsministerin. Im KURIER-Gespräch erzählt sie, wie sie mit dem Rauchen fertig wurde, ihr Übergewicht zum Schmelzen brachte und trotz Stressjobs versucht, ein gesundes Leben zu führen. Ihre Botschaft: "Lustvoll und gesund sind kein Widerspruch."

Treffpunkt Wienerwald am Rande des Lainzer Tiergartens. Der zwölf Jahre alte Labrador Felix ist außer sich vor Freude. Üblicherweise geht er diese Tour um fünf Uhr Früh. Weil man aber im Stockfinstern keine guten Zeitungsfotos machen kann, kommt Felix an diesem Nachmittag ausnahmsweise zu einem Spaziergang im Sonnenschein.

Täglich um fünf Uhr Früh zieht Sabine Oberhauser ihre Leuchtjacke an, setzt die Stirnlampe auf und macht sich auf den Weg. Sechs bis acht Kilometer legt sie in eineinhalb Stunden zurück. Sie hat eine Waldroute für Schön- und eine Straßenstrecke für Schlechtwetter. Sie liebt die morgendliche Stille und Einsamkeit. Der straffe Tagesablauf lässt wenig Zeit zum Nachdenken. Sie postet erste Fotos auf Facebook – ein Wetterbericht für die, die noch zu Hause überlegen, was sie anziehen sollen. "Manchmal, wenn ich sehe, dass jemand online ist, telefonieren wir. Es ist die einzige Zeit am Tag, wo ich ungestört mit Mama oder Freundinnen reden kann", sagt die Ministerin.

Wenn sie von der Tour nach Hause zurückkehrt, hat ihr Mann Gerold – er ist Arzt wie sie – bereits Kaffee gekocht und die Zeitungen gelesen. Dusche, ein kurzes, gemeinsames Frühstück. Pünktlich um 7.25 Uhr kommt der Dienstwagen und holt die Ministerin ab.

Dann geht’s den ganzen Tag dahin. Zwischen fünf und zwölf Terminen pro Tag. Im Durchschnitt schläft sie fünf Stunden. "Das ist zu wenig", sagt sie. Es gibt einen freien Tag pro Woche, Samstag oder Sonntag.

Sabine Oberhauser ist froh, dass sie vor zwei Jahren endgültig mit dem Rauchen aufgehört hat. Sie hat mehrere Anläufe gebraucht, schließlich hat’s geklappt. Was gab den Ausschlag? "Der Ehrgeiz, es zu schaffen", sagt sie.

Sie war eine Stress-Raucherin. Der Rückfall passierte immer am Arbeitsplatz. Oberhauser: "Ich bin heilfroh, dass mir dieser Druck erspart geblieben ist, mir während der stressigen Anfangszeit im Ministerium auch noch das Rauchen abzugewöhnen." Spätestens als Gesundheitsministerin hätte sie aufgehört. Oberhauser: "Eine Gesundheitsministerin darf auf keinen Fall rauchen. Bestimmte Dinge gehen nicht. Als Politikerin muss man Bewusstsein schaffen für Dinge, die richtig sind." Für 2015 hat sie den Vorsatz gefasst, in der Gastronomie das generelle Rauchverbot durchzusetzen. "Jeder hat das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, auch Leute, die in der Gastronomie arbeiten", sagt sie.

Seit Juni hat Oberhauser vierzehn Kilogramm abgenommen. "Ich habe mich nicht wohl gefühlt. Ich habe mich auf Fotos gesehen und mir gesagt: Es wird Zeit", erzählt die Ministerin. Ihre Methode: Sie führt ein Kalorientagebuch. Sie hat eine App zum Abnehmen auf dem Handy. Oberhauser: "Da gebe ich das Kalorienziel ein und die Speisen, die ich gegessen habe. Das Handy sagt mir, wie viel ich an dem Tag noch essen darf, oder ob ich überzogen habe. Ein Schrittzähler hängt auch dran, da wird aufgerechnet, wie viele Kalorien ich zusätzlich verbraucht habe. Mein Ziel sind 10.000 Schritte pro Tag."

Die Ministerin will auch bei der Ernährung Bewusstsein schaffen, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. Kindern sollte möglichst früh das Essen in der richtigen Form schmackhaft gemacht werden. Etwa, indem sie in Kindergarten oder Schule selbst die Jause zubereiten. Indem sie lernen, achtsam mit Lebensmitteln umzugehen. Oberhauser: "Auch ich lerne ständig dazu. Ich habe kürzlich erfahren, wie viele alte Apfelsorten es in Österreich gibt. Seither achte ich darauf, österreichische Apfelsorten einzukaufen."

Auch beim Fleisch plant die Ministerin Änderungen: "Wir werden künftig beim Fleisch viel genauer anschreiben, wo es herkommt. Beim Frischfleisch wird in Zukunft draufstehen, wo es geboren wurde, wo es aufgewachsen ist, und wo es geschlachtet wurde."

Oberhauser befürwortet gesunde Schulbuffets, ist aber dagegen, Kindern Fast Food zu verbieten. "Verbote machen es nur interessanter." Die Parole müsse lauten: "Alles mit Maß und Ziel." Gesundes Leben und Bewegung sollen lustvoll sein und Spaß machen. Oberhausers Credo: "Wir sollten nicht das Verhalten kritisieren, sondern die Verhältnisse ändern."

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