Politik | Inland
08.04.2017

Rumoren um österreichischen Top-Job in Brüssel

Diplomaten werfen Kurz vor, die Brüsseler Rolle nicht wichtig genug zu nehmen.

Nikolaus Marschik, Österreichs Botschafter in Berlin und ein Vertrauter des Außenministers, soll einen neuen Spitzenposten bekommen. Im Dezember 2016 hat sich der ehemalige Kabinettsleiter von Sebastian Kurz für den Chef-Job in der Ständigen Vertretung Österreichs in Brüssel beworben. Marschik ist von der zuständigen Kommission für den Top-Posten auserwählt worden, Kurz hat die Personalie aber noch nicht in den Ministerrat gebracht. Das liegt daran, weil die SPÖ den Job in Berlin dem Vernehmen nach für einen roten Diplomaten beansprucht, der Außenminister aber gerne eine Frau nach Deutschland schicken würde.

In Brüssel ist seit Jahren Walter Grahammer Botschafter. Er wurde 2016 für Paris nominiert, sitzt aber mangels Nachfolger noch in Belgien. Paris ist seit Monaten vakant. Hinter vorgehaltener Hand wird Kurz vorgeworfen, Brüssel nicht jene Rolle beizumessen, die der Botschaft zustehe. Sie ist nicht nur die größte, sondern auch wichtigste Vertretung. Hier laufen alle EU-Informationen zusammen. Dass die Besetzung hinausgeschoben wird, just wenn eine EU-Präsidentschaft bevorsteht (2018 übernimmt Österreich den Vorsitz) wird unter Diplomaten daher kritisch gesehen.