© KURIER/Franz Gruber

Regenbogenparade
06/15/2014

Buttersäureangriff auf Lunacek: Über 50.000 Euro Schaden

Beim Angriff auf die Politikerin wurde Kamera-Equipment schwer beschädigt. Eine Anzeige liegt vor.

Die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek ist am Samstag im Zuge der Wiener Regenbogenparade Opfer eines Buttersäure-Angriffs geworden. Die Täter schleuderten die übel riechende Flüssigkeit auf den Truck der Grünen während Lunacek dem ORF ein Interview gab. Verletzt wurde laut Angaben der Veranstalter dabei niemand. Eine Anzeige wegen schwerer Sachbeschädigung liegt aber vor, wie die Sprecherin der Wiener Landespolizeidirektion, Barbara Riehs, am Sonntag bestätigte.

Schaden über 50.000 Euro

Der Vorfall ereignete sich um 15.00 Uhr, als die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennende Lunacek einem TV-Produzenten ein Interview gab, der als Sub-Unternehmer für den ORF tätig war. Dabei wurden die Bekleidung der Politikerin, vor allem aber die Kameraausrüstung des TV-Machers in Mitleidenschaft gezogen. In der Anzeige wird von einem Schaden jenseits der 50.000 Euro-Grenze ausgegangen. Das elektronische Equipment der Interviewers soll "ziemlich wertvoll" gewesen sein, sagte Riehs.

Angreifer untergetaucht

Der Angreifer war mit einem weißen Polo-Shirt bekleidet, hatte dunkle Haare und laut Polizei "eine eher feste Statur". Umherstehende hatten noch versucht, ihn zu ergreifen und festzuhalten. Er konnte dann aber in der Menschenmenge untertauchen. "Zunächst habe ich gedacht, das ist Wasser. Dann hab' ich gemerkt, es stinkt. Die ganze Kleidung war voll", schilderte Lunacek am Sonntag die Szene. "Ich hoffe, dass der Täter ausgeforscht und bestraft wird." Solche Einzelfälle würden zeigen, dass auch in Österreich nicht nur für Toleranz, sondern auch für Akzeptanz und Respekt gekämpft werden müsse.

Lunacek: "Bin irritiert, dass das in Wien passiert ist"

Sie sei bei vorangegangenen Pride-Veranstaltungen in Bratislava mit Steinen und in Litauen mit rohen Eiern beworfen worden, sagte die Grüne Europaabgeordnete weiter, aber in Wien habe man bei der Parade in 19 Jahren immer ein fröhliches Fest gefeiert. Sie wolle sich diese positive Sicht nicht trüben lassen, "aber es gibt Leute, die aus Hass oder Angst meinen, man müsste aggressiv und tätlich gegen Leute vorgehen, die eine Minderheit repräsentieren".

Der Angriff werde sie nicht von ihrem politischen Kampf um rechtliche Gleichstellung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transmenschen abhalten, versicherte sie: "Wir sind mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen und lassen uns von dort nicht mehr vertreiben."

Veranstalter traurig

Von einem bedenklichen Zwischenfall, der ihn traurig stimme, sprach Organisator Christian Högl von der Homosexuellen Initiative Wien (HOSI). Bei dem Anschlag mit der übel riechenden Flüssigkeit sei niemand verletzt worden. Högl bezeichnete dies aber als Einzelfall, der sich auch direkt gegen Lunacek als Person gerichtet habe, da sie eine der prominentesten homosexuellen Personen in Österreich sei.

Bilder: Ein bunter Kampf gegen Diskriminierung

Regenbogenparade 2014…

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19. REGENBOGENPARADE IN WIEN

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