Politik | Inland
10.03.2018

Punkteliste für Sex kursierte innerhalb Schülerunion

In Kreisen der ÖVP-nahen Schülervertretung soll eine Liste die Runde machen, die Punkte für Küssen oder "Pempan" mit anderen Funktionären vorsieht.

Punkte für Schmusen und doppelt so viele Punkte für Sex mit anderen Funktionären innerhalb der Schülerunion: Wie der Standard berichtet, wurde innerhalb der ÖVP-nahen Schülervertretung eine Liste verbreitet, in der festgehalten ist, wie viele Punkte es jeweils für Schmusen oder „Pempan“ gibt. Je höher die Funktion der anderen Person innherhalb der Schülerunion, desto höher ist auch die Punktezahl.

Nachdem es vor allem auf den Social Media Kanälen zu großer Empörung gekommen war, meldeten sich Sebastian Ratz, Bundesobmann der Schülerunion, und Bundesgeschäftsführerin Lena Milacher via Facebook zu Wort. Die Liste sei von ehemaligen Altfunktionären ins Leben gerufen worden, die Schülerunion würde das Punktesystem aber "absolut nicht toleriert“. Zum Zeitpunkt „der aktiven Kenntnisnahme“ habe man das sofort unterbunden und weiterkommuniziert.

Gegenteiliges behaupten laut Standard ehemalige Funktionäre: Das Punktesystem sei via Whatsapp "von ganz oben“ verbreitet werde. Zwar sei die Liste zwischenzeitlich bereits gelöscht, dann aber immer wieder neu erstellt und aktualisiert worden. Insider berichten gegenüber dem KURIER darüberhinaus, es habe innerhalb der Schülerunion bestimmte Richtlinien zum Umgang mit der Liste gegeben. So habe es etwa geheißen, die Liste dürfte keinesfalls nach außen gelangen.

Teenager-Spaß oder Mobbing?

Ob es sich bei der Liste nun um einen Scherz unter Jugendlichen, oder sexualisiertes Mobbing handelt, war vor allem auf Twitter Thema vieler Diskussionen.

Auch die Sozialistische Jugend Niederösterreich zeigt sich über die Liste schockiert. "Dieses Punktesystem ist sexistisch, erniedrigend und absolut abzulehnen. Die Schülerunion hat dieses System als „Dummheit“ abgetan, wir fordern eine klare Entschuldigung an alle Betroffenen", teilt sie in einer Aussendung mit.