Politik | Inland
22.04.2017

Prantner kritisiert "Verhörraum"-Stil von ORF-Moderatoren

Thomas Prantner ist Vizedirektor des ORF. Er steht auch Social-Media-Aktivitäten der Moderatoren kritisch gegenüber.

Thomas Prantner, als FPÖ-nah geltender stellvertretender ORF-Direktor für Technik, Online und neue Medien, kritisiert die Interview-Methoden von ORF-Moderatoren. "Es ist unzumutbar für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn das TV-Studio wie ein Verhörraum oder eine Anklagebank wirkt", meinte er laut Vorab-Aussendung im aktuellen profil.

"Kommt immer auf Ton und Stil an"

"Politiker müssen sich kritische Fragen gefallen lassen, es kommt aber immer auf Ton und Stil der Fragestellung an", meinte er. Fairness, Korrektheit und Respekt gegenüber einem Interviewpartner würden eine harte Interviewführung nicht ausschließen. Auch die Social-Media-Aktivitäten prominenter ORF-Moderatoren sieht er kritisch. Diese würden "oft mehr der Eigenprofilierung und Marktwertsteigerung als dem Unternehmensinteresse" dienen.

Prantner verteidigt Brunhofer

Prantner verteidigte den - als Channel-Manager für ORF 2 gehandelten - früheren ORF-Salzburg-Direktor Roland Brunhofer, der jüngst wegen ähnlicher Aussagen vom Redakteursrat kritisiert wurde. Dass dieser eine sozialdemokratische Weltanschauung habe, disqualifiziere ihn nicht für eine Führungsfunktion.