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02/24/2017

Hochrangige Politiker, die im Amt starben

Sabine Oberhauser ist nicht die erste hochrangige Politikerin, die während ihrer Amtszeit verstarb. Fünf von acht Bundespräsidenten starben im Amt.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) ist am Donnerstag nach einer fast zweijährigen Krebserkrankung mit 53 Jahren gestorben. Sie ist nicht die erste hochrangige Politikerin, die während ihrer Amtszeit verstarb.

Am 2. August 2014 verschied die damalige Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) im 61. Lebensjahr ebenfalls an einer Krebserkrankung. Die über die Parteigrenzen anerkannte SPÖ-Politikerin bekleidete das zweithöchste Amt im Staat von 2006 bis 2014.

Am 11. Oktober 2008 kam der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider(BZÖ) bei einem Autounfall ums Leben. Haider war bei seinem Unfall alkoholisiert und mit zu hoher Geschwindigkeit unterwegs.
In der Silvesternacht 2006/2007 erlitt die damalige InnenministerinLiese Prokop(ÖVP) einen Aorta-Riss und starb während des Rettungstransports ins Krankenhaus.
Nur wenige Tage vor Ablauf seiner Amtszeit wurde 2004 BundespräsidentThomas Klestilschwer krank. Er erlitt 1996 eine Lungenembolie, von der er sich nie ganz erholte. Statt sich zu schonen, füllte er sein Amt voll aus, bis er zwei Herzinfarkte erlitt, an deren Folgen er – zwei Tage vor dem Ende seiner regulären Amtszeit – am 6. Juli 2004 im Alter von 71 Jahren starb.
Insgesamt starben fünf von acht Bundespräsidenten im Amt.Karl Renner, erstes Staatsoberhaupt in der Zweiten Republik, zu Silvester 1950, sein NachfolgerTheodor Körnerkurz vor Ende seiner ersten Amtsperiode am 4. Jänner 1957. Kurz nach Körners Tod im Jänner 1957 erlitt auch Bundeskanzler Raab einen Schlaganfall, worauf die beiden wichtigsten Positionen im Staat monatelang vakant waren. Julius Raab erholte sich, fand aber nicht mehr ganz zu seiner früheren Form zurück.

Ebenfalls im Amt schied Adolf Schärf am 28. Februar 1965 aus dem Leben. Schärf bestand trotz einer schweren Verkühlung darauf, den Schah von Persien vom Flughafen Schwechat abzuholen. Als Folge der übergangenen Grippe trat eine Verschlimmerung eines bestehenden Leberschadens auf, dem der Bundespräsident im 75. Lebensjahr erlag.

Dramatisch auch die letzten Monate von Schärfs Nachfolger Franz Jonas. Als er im Februar 1974 bei der Eröffnung einer Ausstellung am Rednerpult stand, „waren sich alle im Saal im Klaren, dass hier ein Mann unter Aufgebot seiner letzten Kräfte seine Pflichten erfüllte“, notierte Ex-Vizekanzler Hermann Withalm. Jonas hatte gewünscht, die Bevölkerung nicht von seinem Krebsleiden zu informieren, da er seinen Aufgaben so lange wie möglich nachgehen wollte – eine Maßnahme, die in der heutigen Medienwelt wohl nicht möglich wäre. Anfang März verschlechterte sich der Zustand dermaßen, dass Kanzler Kreisky seinen Mitarbeitern erklärte, „dass eine Unterredung mit Jonas schwierig geworden ist, da sein Gedächtnis zeitweise aussetzt, aber plötzlich wieder da ist und er dann den Gesprächsfaden ganz woanders aufnimmt.“ Jonas starb am 24. April 1974 mit 74 Jahren.

Alfred Dallinger, langjähriger führender SPÖ-Gewerkschafter und Sozialminister unter den Bundeskanzlern Kreisky, Sinowatz und Vranitzky, verlor sein Leben am 23. Februar 1989 bei einem Flugzeugabsturz. Dallingers Maschine der "Rheintalflug" stürzte im dichten Nebel über dem Bodensee ab. Unglücksursache war "menschliches Versagen".

Gertrude Wondrack (SPÖ), Staatssekretärin im Sozialministerium, kam am 31. Juli 1971 bei einem Autounfall ums Leben. Die Sozialdemokratin aus St. Lorenzen in der Steiermark war Bundesrätin, Nationalratsabgeordnete und gehörte der ersten Regierung Kreisky an.

Karl Schleinzer, ÖVP-Bundesparteiobmann, starb am 19. Juli 1975 ebenfalls bei einem Autounfall.

Gerhard Weißenberg (SPÖ), von 1976 bis 1980 Sozialminister, erlag am 1. Oktober 1980 einem "kurzen Leiden", wie es in den offiziellen Mitteilungen heißt.
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