Politik | Inland
20.03.2016

Wie schaffen die Bewerber den Wahl-Marathon?

Wann steht Khol auf? Wann kommt Hofer nach Hause? Wie kommt Griss zu Ruhe? Womit „dopt“ sich Van der Bellen? Und wie viel schläft Hundstorfer?

1. Wann stehen Sie derzeit auf?

Irmgard Griss: 7.00 Uhr.
Norbert Hofer: Ich stehe zwischen 6 und 6.15 Uhr auf.
Rudolf Hundstorfer: Um sechs Uhr.
Andreas Khol: 5.30 Uhr.
Alexander Van der Bellen: In der Früh, wie in den letzten 72 Jahren auch ;-).

2. Wie viele Stunden Schlaf brauchen Sie?

Irmgard Griss: 7 Stunden.
Norbert Hofer: Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich etwa 7 Stunden schlafe.
Rudolf Hundstorfer: Zirka 7 Stunden.
Andreas Khol: 6 Stunden.
Alexander Van der Bellen: Zwischen 5 und 7 Stunden.

3. Und wie viele bekommen Sie derzeit?

Irmgard Griss: 7 Stunden.
Norbert Hofer: An den meisten Tagen bekomme ich ausreichend Schlaf.
Rudolf Hundstorfer: 5 bis 6.
Andreas Khol: 4 bis 6 Stunden.
Alexander Van der Bellen: Ausreichend, so lange mir nicht Fragebögen den Schlaf rauben.

4. Wie viele Termine absolvieren Sie derzeit durchschnittlich pro Tag?

Irmgard Griss: 4 bis 5.
Norbert Hofer: Im Wahlkampf sind etwa 10 bis maximal 20 Termine am Tag sinnvoll, je nach Länge.
Rudolf Hundstorfer: 8 bis 10.
Andreas Khol: 5.
Alexander Van der Bellen: Mindestens fünf, meistens mehr.

5. Wann beginnt und wann endet ein Wahlkampftag In der Regel?

Irmgard Griss: 9–22 Uhr.
Norbert Hofer: Üblicherweise beginnt der Tag um 7 Uhr mit Medienarbeit, dann folgen klassische Termine, wobei der letzte Termin um 22 Uhr endet.
Rudolf Hundstorfer: Beginn zwischen 6 und 8 Uhr früh, Ende oft erst um Mitternacht.
Andreas Khol: 6 bis 22.30 Uhr.
Alexander Van der Bellen: Er beginnt mit ersten Telefonaten in der Früh – und endet oft auch mal erst um Mitternacht.

6. Wie viele Kilometer haben Sie im Wahlkampf bereits zurückgelegt?

Irmgard Griss: ?
Norbert Hofer: Knapp 21.000 km.
Rudolf Hundstorfer: Tausende.
Andreas Khol: Über 11.000.
Alexander Van der Bellen: Zirka 8000 km, die meisten davon mit der Bahn.

7. Gibt es wahlkampffreie Stunden/Tage?

Irmgard Griss: Ja.
Norbert Hofer: Ja, aber in den letzten vier Wochen vor dem Wahltermin sind freie Zeitfenster die Ausnahme.
Rudolf Hundstorfer: Stunden ja, Tage eher nicht.
Andreas Khol: Die Sonntage und die Karwoche.
Alexander Van der Bellen: Wenige.

8. Wie kommen Sie am Abend zu Ruhe?

Irmgard Griss: Ich lese.
Norbert Hofer: Ich kann insgesamt sehr gut abschalten und brauche dazu keine Hilfsmittel. Ich weiß, wie wichtig mentale Fitness ist – und achte sehr darauf.
Rudolf Hundstorfer: Ich hab’ mit meiner Frau ein Ritual: Egal, wie spät es ist, wir trinken nach dem Heimkommen immer noch einen Espresso und sprechen kurz über den Tag.
Andreas Khol: Im Gespräch mit meiner Frau.
Alexander Van der Bellen: Ich lese derzeit einen amerikanischen Krimi über die Machtspiele der USA in Lateinamerika. Sehr spannend!

9. Haben Sie sich vor dem Wahlkampf medizinisch durchchecken lassen?

Irmgard Griss: Ich lasse mich regelmäßig internistisch untersuchen.
Norbert Hofer: Ich mache ein Mal pro Jahr eine Gesundenuntersuchung. Heuer habe ich sie vorgezogen.
Rudolf Hundstorfer: Nein, aber ich mache regelmäßig eine Gesundenuntersuchung.
Andreas Khol: Ja.
Alexander Van der Bellen: Ja, meine Hausärztin ist mit mir zufrieden.

10. Wären Sie nach US-Vorbild bereit, Ihre Gesundheitswerte zu veröffentlichen?

Irmgard Griss: Ja, aber ich halte nichts davon.
Norbert Hofer: Nein, das geht mir dann doch etwas zu weit. Ich bin aber fit wie ein Turnschuh.
Rudolf Hundstorfer: Ich halte viel vom Schutz persönlicher Daten, also nein.
Andreas Khol: Gerne.
Alexander Van der Bellen: Ich halte es mit Edward Snowden: Der gläserne Mensch ist nicht wünschenswert!

11. Haben Sie seit dem Wahlkampfstart an Gewicht ab- oder zugenommen?

Irmgard Griss: Mein Gewicht ist ziemlich stabil.
Norbert Hofer: Ich habe einige Tage vor meiner Nominierung eine Low-Carbon-Diät gestartet, die ich weiter durchgezogen habe. Ich stehe jetzt bei minus 10 kg, 5 kg sollen noch weg.
Rudolf Hundstorfer: Die Waage verzeichnet eine leichte Abnahme.
Andreas Khol: Mein Gewicht ist gleich geblieben.
Alexander Van der Bellen: Ich stelle mich nur selten auf die Waage.

12. Womit „dopen“ Sie sich unterwegs bei einem Energie-Tief (Schokolade, Traubenzucker etc.)?

Irmgard Griss: Gar nicht.
Norbert Hofer: Nein, ich ernähre mich recht vernünftig. Und da ist ein kleines Tief auch gleich wieder vorbei.
Rudolf Hundstorfer: Mit Eiszapfen-Zuckerln.
Andreas Khol: Mit meinen Schokotalern „Andreas Khol“ aus Salzburg, Grödig.
Alexander Van der Bellen: Mit einem doppelten Espresso.

13. Verzichten Sie während des Wahlkampfs auf etwas?

Irmgard Griss: Auf Ruhe.
Norbert Hofer: Ich gehe sehr gerne in die Sauna; und habe jetzt leider keine Zeit dafür.
Rudolf Hundstorfer: Nicht bewusst.
Andreas Khol: Auf Zeit mit meinen Enkeln, die Gartenarbeit und Hauspflege.
Alexander Van der Bellen: Kulturveranstaltungen und Privates kommen sicher etwas zu kurz.

14. Ernähren Sie sich im Wahlkampf bewusster? Wenn ja, wie?

Irmgard Griss: Nein.
Norbert Hofer: Manchmal frühstücke ich nicht. Genau das versuche ich im Wahlkampf aber zu vermeiden.
Rudolf Hundstorfer: Nein, ich versuche, grundsätzlich gesund zu leben.
Andreas Khol: In der Früh esse ich nur Obst. Eine Mahlzeit am Tag möchte ich streichen, das geht. Ansonsten esse ich, was mir schmeckt ;-).
Alexander Van der Bellen: Ich versuche, mich, so gut es geht, gesund zu ernähren.

15. Den wievielten Schnaps, auf den Sie eingeladen werden, lassen Sie aus?

Irmgard Griss: Ich werde auf keinen Schnaps eingeladen.
Norbert Hofer: Schon den zweiten. Bei der Vielzahl von Terminen ist es nicht gescheit, alles zu trinken, worauf man eingeladen wird.
Rudolf Hundstorfer: Jedenfalls den zweiten, meistens winke ich schon beim ersten ab.
Andreas Khol: Jeden.
Alexander Van der Bellen: Den ersten ;-).

16. Schlafen Sie im Auto/im Zug/im Flugzeug zwischen Terminen?

Irmgard Griss: Nein.
Norbert Hofer: Das mache ich ganz selten und nur bei langen Strecken. Ich erledige lieber Schriftverkehr und führe notwendige Telefonate.
Rudolf Hundstorfer: Ja, auf langen Heimfahrten in der Nacht.
Andreas Khol: Ich nutze jede Minute.
Alexander Van der Bellen: Ein kurzes Nickerchen im Zug ist erholsam.

17. Halten Sie sich mit Kaffee, Tee, Coca Cola oder Red Bull wach?

Irmgard Griss: Weder noch.
Norbert Hofer: Ich schlafe ausreichend, bin tagsüber kaum müde. Das beste Getränk im Wahlkampf ist Wasser, Wasser und nochmals Wasser.
Rudolf Hundstorfer: Mit Espresso.
Andreas Khol: Ich halte mich durch Gespräche mit meiner Frau oder meinen Mitarbeitern wach. Gerne trinke ich viel grünen Tee, vor allem Lung Ching.
Alexander Van der Bellen: Wie gesagt, mit einem doppelten Espresso.

18. Wie halten Sie sich während des Wahlkampfs fit?

Irmgard Griss: Ich mache bewusst Pausen und nehme mir Zeit für mich.
Norbert Hofer: Ich habe den ganzen Winter sehr hart trainiert, vor allem auf meinem Rudergerät. Diese Fitness nehme ich jetzt mit.
Rudolf Hundstorfer: Ich trinke in der Früh immer ein Glas frisch gepressten Obst-/Gemüsesaft.
Andreas Khol: Indem ich mein normales Leben weiterführe – und vor allem die 20 Minuten Gymnastik in der Früh eisern durchhalte. Wann immer auch der Tag beginnt.
Alexander Van der Bellen: Ich gehe gerne zu Fuß, wenn immer möglich. Wollen Sie ein Stück des Weges mit mir gehen?

19. Nehmen Sie Massagen, Akkupunktur, Sauna oder derlei in Anspruch?

Irmgard Griss: Nein.
Norbert Hofer: Nein, ich gehe zwar gerne in die Sauna, im Wahlkampf bleibt aber dazu keine Zeit.
Rudolf Hundstorfer: Gelegentlich.
Andreas Khol: Nein, überhaupt nicht.
Alexander Van der Bellen: Wird in den Reisezügen leider noch nicht angeboten. Eine Marktlücke. ;-).

20. Was werden Sie sich nach dem Wahlkampf gönnen?

Irmgard Griss: Ruhe.
Norbert Hofer: Ich werde mich meinem Garten widmen. Die übliche Arbeit, die im Frühling anfällt, muss nachgeholt werden. Und: Ich habe meiner Familie einen Urlaub versprochen.
Rudolf Hundstorfer: Fragen Sie mich das am 23. Mai.
Andreas Khol: Ein paar Tage, die ich intensiv mit meiner Familie, mit lesen und Gartenarbeit genießen verbringen werde.
Alexander Van der Bellen: Ein ruhiges, entspanntes Abendessen mit meiner Frau. Das Handy bleibt zu Hause. Und dann fahren wir ein paar Tage mit den Hunden nach Tirol.

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