Hugo Portisch

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Hofburg-Wahlkampf
05/06/2016

Hugo Portisch wählt Van der Bellen

Legendärer KURIER-Chefredakteur unterstützt den grünen Professor.

von Philipp Hacker-Walton

Alexander Van der Bellen erhält im Endspurt des Hofburg-Wahlkampfs prominente Unterstützung: Der ehemalige KURIER-Chefredakteur und legendäre Fernsehmacher Hugo Portisch spricht sich für Van der Bellen als Nachfolger von Heinz Fischer aus: "Alexander Van der Bellen ist ein Kandidat, der von Anfang an und immer eine europäische Verantwortung für Österreich gesehen hat und der auch Österreichs Platz in Europa von Anfang an erkannt und getragen hat", sagt Portisch. "Van der Bellen hat meine volle Unterstützung."

Die Wahl zwischen Ex-Grünen-Chef Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Norbert Hofer ist Portisch nicht schwer gefallen: "Ein Kandidat, der gegen Österreichs EU-Beitritt gestimmt hat und sagt, er würde das heute wieder tun, ist kein Kandidat für mich. Ich weiß, was es für Österreich bedeutet hat, dieser großen europäischen Friedens-, Freiheits- und Wohlstandsgemeinschaft beizutreten, an deren Aufbau wir im Rahmen der OEEC (Vorgänger der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Anm.) von Anfang an mitgewirkt haben, jedoch vier Jahrzehnte lang von der Sowjetunion an der Mitgliedschaft gehindert wurden. Man muss schon wissen, zu wem man gehört in Europa."

Seine europapolitische Position bringt Van der Bellen auch Zuspruch aus den Reihen der Volkspartei: Othmar Karas, Delegationsleiter im EU-Parlament und erfahrenster Europapolitiker der Volkspartei, gibt nicht nur eine Wahlempfehlung für den grünen Professor ab; es gab auch mehrere Treffen.

Auf Fischers Spuren

Zwei Wochen vor der Wahl sammeln sich – parteiübergreifend – auch gewichtige Stimmen aus der Wirtschaft hinter Van der Bellen: Montagabend kommen u. a. Ex-Siemens-Managerin und SPÖ-Politikerin Brigitte Ederer und Almdudler-Chef Thomas Klein zu einem "Abend mit Van der Bellen" in die Albertina. Angekündigt haben sich auch Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll, Ex-EU-Kommissar Franz Fischler, sowie Spitzendiplomat Wolfgang Petritsch. Die Botschaft, mit der Van der Bellen im Wahlkampf-Finish punkten will: Er würde als Bundespräsident fortsetzen, was Heinz Fischer über zwölf Jahre erfolgreich praktiziert hat: Mit vielen Auslandsreisen in Begleitung von Wirtschaftsdelegationen und einem dichten internationalen Netzwerk auf diplomatischem Wege die heimische Export-Wirtschaft zu stärken.