Oesterreichs Generalstabschef Edmund Entacher (l.) und Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPOe) praesentieren am Montag (23.01.12) in Wien (Oesterreich) bei einer Pressekonferenz Pilotprojekte fuer die Erprobung eines Berufsheeres beim oesterreichischen Bundesheer. Die Pilotprojekte dienen zur Erprobung eines Berufsheeres beim oesterreichischen Bundesheer. Foto: Hans Punz/dapd

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Militär
02/11/2013

Parade: Entacher will nichts gewusst haben

Eurofighter, Panzer, 600 Soldaten: Dem Generalstabschef hätte ein prächtiger Abschied bereitet werden sollen.

von Christian Böhmer

Welch’ prächtige Parade: Ein bulliger Hercules-Transporter, ein mächtiger Black Hawk-Helikopter, eine Saab 105OE-Maschine und zwei Eurofighter-Jets – sie alle hätten im Tiefflug die Wiener Maria Theresien-Kaserne passiert; zu ebener Erd’ wären allerhand wehrhafte Gerätschaften durch die Kaserne gerollt, darunter acht Leopard II-Panzer – extra per Tieflader aus Niederösterreich in die Bundeshauptstadt gebracht. Und damit alle Waffengattungen vertreten sind, wären noch 600 Garde-Soldaten an den Festgästen vorbeimarschiert – kein Defilee ohne Infanterie.

Als „Triumphzug“ wird im Verteidigungsministerium mittlerweile jenes Vorhaben bezeichnet, das die ohnehin belastete Beziehung zwischen Verteidigungsminister Norbert Darabos und seinem obersten Soldaten Edmund Entacher nun auch in den finalen Tagen strapaziert.

Am 22. März hätte der mit April in Pension gehende Generalstabschef in der Maria Theresien-Kaserne einen Festakt mit Parade („Defilierung“) bekommen – so steht es in einem Aviso, das kürzlich im ganzen Land verschickt wurde.

Pikant daran: Planung und Idee des aufwendigen Defilees gingen vom Generalstabsbüro, also von Entacher selbst, aus. Das bestätigten am Montag dem KURIER Quellen aus dem Verteidigungsressort; und das sagt auch die entsprechende Weisung (Geschäftszahl S93544/1-GStbAbt/2013): In dem Aviso werden mehr als 100 Dienststellen informiert, dass am 22. März in der Maria-Theresien-Kaserne ein Festakt mit Defilierung stattfindet. Mit dabei: Kräfte aller Waffengattungen, also „Luft,-, Mech-, Mot- und Fuß“. Gezeichnet ist die Weisung von Entachers Büroleiter, die Vorbereitungen übernahm u.a. Entachers Adjutant.

Verteidigungsminister Norbert Darabos erfuhr laut eigenen Angaben am Freitag von den „Aufmarschplänen“ des Generalstabs – und stieg auf die Bremse: Eine derart „pompöse“ Parade sei für den Abschied eines Beamten „unverhältnismäßig“ – das Defilee finde natürlich nicht statt.

Unbekannt

Doch was sagt der General? Stimmt es, dass er sich zum Abschied eine schmucke Parade bestellt hat? „Wer das behauptet, will mich anpatzen. Ich wusste von alldem nichts“, sagt Entacher zum KURIER. Und wie erklärt er, dass sein Büro die Parade avisierte? „Wie gesagt, mir war das unbekannt.“

Auf Nachfrage stellt der General nicht in Abrede, dass sein Büro dem Ministerbüro von möglichen Überflügen berichtet hat. „Vielleicht hat man das in Telefonaten angesprochen.“ Dabei habe es sich aber wohl nur um „erste Gedanken“ gehandelt. „Es gab keinen Befehl, dass diese stattfinden.“ Und überhaupt hätte am Ende ohnehin der Minister zustimmen müssen.

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