In Wien sprach der Ex-Politiker Sevki Yilmaz

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Politik | Inland
08/13/2016

Türkei-Kurs von Kern & Kurz gefällt

OGM-KURIER-Umfrage: 83 Prozent der Befragten für klare Distanz zur Türkei.

Wie soll sich Österreich gegenüber der Türkei und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan positionieren?

Im Auftrag des KURIER hat das OGM-Institut die Österreicher zur Haltung der Bundesregierung befragt. Und die Ergebnisse sind vergleichsweise eindeutig: Acht von zehn Wählern (83 Prozent) halten die zuletzt ausnehmend scharfen Worte, die Bundeskanzler Christian Kern und Außenminister Sebastian Kurz in Richtung Ankara gewählt haben, für "nötig und richtig" (Kern und Kurz hatten u. a. ein Ende der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gefordert); nur neun Prozent bewerten die Wortmeldungen von Kern und Kurz als "übers Ziel schießend".

"Diese Zahlen müssen nicht groß interpretiert werden", sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer, "sie sind ganz eindeutig: Kern und Kurz entsprechen der absoluten Mehrheitsmeinung der Österreicher."

Bemerkenswert ist für den Meinungsforscher, dass selbst von den deklarierten Grün-Wählern immerhin 79 Prozent meinen, Österreichs neuer Türkei-Kurs sei richtig.

"Im Unterschied zu anderen Wählern, die mit einer EU-Perspektive für die Türkei ohnehin seit vielen Jahren Probleme haben, dürfte die Grün-Wähler vor allem abstoßen, was nach dem Putschversuch passiert ist, also: Die Inhaftierung von Richtern und vermeintlichen Regime-Kritikern."

Zur Vertiefung hat OGM die einzelnen Vertrauens-Werte von Kern und Kurz abgefragt. Sowohl der Kanzler wie auch der Außenminister werden aufgrund ihrer Haltung in der Türkei-Frage nicht als "populistisch", sondern mehrheitlich als "ehrlich" eingestuft. Wobei Kurz den Kanzler hier bei der Zustimmung sogar überholt (Grafik).

In seiner Analyse weist Bachmayer auf ein wichtiges Detail für den neuen Kanzler hin: "Von den SPÖ-Wählern halten 89 Prozent die Aussagen von Kern für ehrlich und glaubwürdig. Er genießt derzeit also einen starken Rückhalt in der Partei."