ÖVP hält Absolute in Niederösterreich

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Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Laut aktueller Umfrage bleibt im St. Pöltener Landhaus alles beim Alten.

Laut Umfrage schafft Pröll am 3. März bei der Landtagswahl 51 Prozent, Stronach bleibt einstellig.

Kann Polit-Quereinsteiger Frank Stronach den etablierten Parteien in Niederösterreich merklich zusetzen? Vermag Landeshauptmann Erwin Pröll die absolute Mehrheit zu behaupten? Und wie werden SPÖ, FPÖ und die Grünen abschneiden?

Spätestens am 3. März, wenn Kärnten und Niederösterreich einen Landtag gewählt haben, sind diese Fragen beantwortet.

In Niederösterreich sind 1,4 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen, nicht von ungefähr gilt der Urnengang im flächenmäßig größten Bundesland als der Gradmesser für das Wahljahr 2013.

Knapp einen Monat vor dem Wahlsonntag hat das Meinungsforschungsinstitut OGM für den KURIER eine Studie zur Niederösterreich-Wahl erstellt, und die Umfrage wartet mit bemerkenswerten Ergebnissen auf.

niederoesterreichwahlgrafik.jpg Foto: KURIER Quelle: KURIER-OGM-Umfrage, Jänner 2013, 503 Befragte, Schwankungsbreite: ± 4,5 %; Fotos: Niko Formanek, APA/Roland Schlager, Paul Cech, Grafik: Eber „Die größte Überraschung ist, dass Erwin Pröll entgegen vielen Erwartungen und Umfragen die absolute Mehrheit halten kann. Und zwar nicht nur in Mandaten, sondern auch in Stimmen“, sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.

Laut der Hochrechnung (siehe Grafik) kommt die Volkspartei demnach auf 51 Prozent. Auf den Plätzen folgen SPÖ (21 Prozent), FPÖ (11) und Grüne (7).

Hype flacht ab

Frank Stronach und seine neue Bewegung stehen in Bachmayers Untersuchung bei sieben Prozent – und auch das ist für den Experten bemerkenswert: „Dass Stronachs Partei die Vier-Prozent-Hürde überspringen und damit den Einzug in den niederösterreichischen Landtag schaffen wird, gilt seit Wochen als relativ gesichert. Überraschend ist aber, dass es ihm möglicherweise nicht gelingt zweistellig zu werden. Schärfer formuliert könnte man sagen: Der Stronach-Hype flacht langsam ab.“

Bei der OGM-Umfrage handelt es sich nur um ein vorläufiges Stimmungsbild – bis zum 3. März kann theoretisch viel passieren.

Wolfgang Bachmayer Foto: jürg christandl Wolfgang Bachmayer: Der Stronach-Hype flacht langsam ab Bachmayer sieht diesmal aber nur begrenzten Spielraum für Veränderungen: „Im Unterschied zu anderen Wahlgängen sind die Niederösterreicher schon heute vergleichsweise sicher, wen sie wählen. Drei von vier Bürgern haben ihre Entscheidung gefällt.“

Keine großen Überraschungen bietet die Studie bei der Direktwahl des Landeshauptmannes: Ungeachtet der Partei-Präferenz würde laut OGM jeder zweite Niederösterreicher Erwin Pröll zum Landeshauptmann wählen – er ist als Kandidat offenbar allein auf weiter Flur.

SPÖ-Parteichef Sepp Leitner schafft 13 Prozent, und sowohl Barbara Rosenkranz (FPÖ) wie Madeleine Petrovic (Grüne) und Frank Stronach schaffen bei der Direkt-Wahl des Landeshauptmannes nur vier bis fünf Prozent – obwohl sie seit Jahren auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. „Die hohe Zustimmung ist nicht allein mit Prölls Sympathie unter ÖVPlern zu erklären. Er hat in allen Wählergruppen einen Landeshauptmann-Bonus“, sagt Bachmayer.

Themenführerschaft

Spannend ist, dass die blau-gelbe ÖVP gute Umfrage-Ergebnisse erzielt ohne bei den wichtigsten Anliegen die Themen-Führerschaft zu haben. Laut OGM sind den Niederösterreichern die Themen „saubere Politik“, „Verringerung von Kriminalität und illegaler Einwanderung“ oder „leistbare Wohnungen“ auffallend wichtig (Grafik). Die Themen-Führerschaft haben hier aber Grüne, FPÖ und Sozialdemokraten. Erst das viert-wichtigste Thema („Ausbau der Verkehrsinfrastruktur“) wird mit der Volkspartei assoziiert.

Wie erklärt Bachmayer diesen scheinbaren Widerspruch? „Die ÖVP ließ sich im Wahlkampf nicht auf Details oder Sachthemen ein.“ Stattdessen setze sie auf „Stimmungen“: „Für die Volkspartei war der entscheidende Satz: ,Wer soll das Land führen? ‘ Und das trauen die Wähler ihr eher zu als allen anderen Parteien.“

Fragebogen: Niederösterreichischer Landeshauptmann für einen Tag

(kurier) Erstellt am
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