Ein Muster einer Rot-Weiß-Rot-Card

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OECD
12/16/2014

Nur wenige bekommen Rot-Weiß-Rot-Card

Experte: Bedarf kann nicht gedeckt werden. Nachjustierungen für Hundstorfer vorstellbar.

Die Rot-Weiß-Rot-Card findet auch 3,5 Jahre nach ihrer Einführung nur wenig Abnehmer. Sie sollte Schlüsselarbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Österreich bringen. Tut sie aber kaum. Die Probleme scheinen zum Teil hausgemacht.

Laut einem Bericht des Ö1-Morgenjournals ist die Karte dem Sozialministerium zufolge heuer bis Ende November 1500 Mal bewilligt worden. Angestrebt waren demnach aber 8000 Bewilligungen pro Jahr. Die internationale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat sich angesehen, woran die niedrigen Zahlen liegen.

Wenige erhalten Karte

1500 haben eine Karte erhalten, wesentlich mehr sollen eine beantragt haben.

Thomas Liebig, Migrationsexperte bei der OECD, sagte auf Ö1, dass damit in Österreich im internationalen Vergleich relativ viele Anträge abgelehnt werden. Nur jeder dritte Migrant, der einen Antrag gestellt habe, komme auch nach Österreich.

Potentielle Bewerber müssen bestimmte Kriterien wie Ausbildung, Alter und Sprachkenntnisse, nach einem Punktesystem erfüllen, um eine Karte zu erhalten und in Österreich arbeiten zu dürfen. Der Experte hält das Punktesystem für mangelhaft.

Für Liebig kann der Bedarf an gut- und hochqualifizierten Arbeitskräften nicht gedeckt werden.

Hundstorfer kann sich Justierungen vorstellen

Sozialminister Rudolf Hundstorfer von der SPÖ kann sich in Teilbereichen Justierungen bei der Rot-Weiß-Rot-Card vorstellen. Ihn entmutige aber die von der OECD konstatierte geringe Zahl an Karteninhabern nicht, sagte er am Dienstag vor dem Ministerrat. Viele Arbeitnehmer kämen eben aus dem EU-Ausland und bräuchten die Karte gar nicht.

Änderungen könne es etwa bei naturwissenschaftlichen Studien geben, bei denen der Bachelor-Abschluss reichen könnte, bekräftigte Hundstorfer die Position seines Ressorts. Auch beim Erfordernis, schon bei Antragstellung eine Wohnung vorweisen zu müssen, und bei Deutschkenntnissen als Kriterium kann er sich eine Evaluierung vorstellen. An der Gehaltsgrenze dagegen will Hundstorfer wie angekündigt festhalten.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner von der ÖVP erinnerte daran, dass die ÖVP seit Monaten vorschlage, die Rot-Weiß-Rot-Card zu reformieren. Es gehe beispielsweise um einen Zugang auch für Bachelor-Absolventen oder die Einkommensanforderungen. Jedes Kriterium sollte überprüft werden, meinte Mikl-Leitner, verwies aber gleichzeitig darauf, dass es sich um eine Sache der Sozialpartner handle.

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