Politik | Inland
16.03.2018

NS-Liederbuch: Burschenschafter wieder im Verkehrsministerium

Der Pressereferent arbeitet laut "Wiener Zeitung" wieder.

Der Vorsitzende der Burschenschaft "Bruna Sudetia", Herwig Götschober, ließ sich vor drei Wochen als Pressereferent im Kabinett von Verkehrsminister Norber Hofer ( FPÖ) nach Auftauchen eines NS-Liederbuchs vorerst beurlauben, bis alles "restlos aufgeklärt ist". Nun soll er wieder im Ministerium tätig sein, obwohl das Verfahren noch anhängig ist, berichtete die "Wiener Zeitung" (Freitagausgabe).

Dass Götschober wieder arbeitet, bestätigen laut dem Bericht mehrere Mitarbeiter aus Hofers Ministerium sowie Götschobers Assistentin.

"Herwig Götschober hat seine Arbeit im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie wieder aufgenommen, weil er sich persönlich nichts zu Schulden kommen hat lassen", erklärte FPÖ-Minister Hofer am Freitag in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Die SPÖ warf der FPÖ vor, es mit der Aufklärung des Liederbuch-Skandals nicht ernst zu meinen. Sabine Schatz, SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, nahm in einer Aussendung auch die ÖVP in die Pflicht. "Wenn die ÖVP eine vorzeitige Rückkehr Götschobers unkommentiert lässt, wirkt das bagatellisierend. Ich erwarte mir von der Kanzler-Partei, Position zu beziehen."

Die Auswertung der bei der Hausdurchsuchung der "Bruna Sudetia" mitgenommenen Gegenstände werde nach Auskunft der Behörden mehrere Wochen dauern, teilte das Verkehrsministerium mit. Bei den beschlagnahmten Dingen handle es sich in erster Linie um in Kartons verpackten Nachlässe verstorbener Mitglieder der Studentenverbindung, die in einem Keller des Haues der "Bruna Sudetia" seit Jahrzehnten aufbewahrt werden. "Der Inhalt dieser Kisten war und ist Herwig Götschober unbekannt. Daher lieg aus Sicht des Ministers kein schuldhaftes Verhalten des Mitarbeiters vor, weshalb dieser wieder seine Arbeit im BMVIT aufgenommen habe."