Politik | Inland
22.02.2018

Hausdurchsuchung bei "Bruna Sudetia"

Die Polizei bestätigte eine Hausdurchsuchung am Mittwoch. Herwig Götschober suchte im Verkehrsressort um Beurlaubung an - bis die Vorwürfe restlos aufgeklärt sind.

Einsatzkräfte haben die Räumlichkeiten der Burschenschaft Bruna Sudetia, die im Verdacht steht, ein Liederbuch mit antisemitischen Texten verwendet zu haben, durchsucht. Ein Sprecher der Polizeidirektion Wien bestätigte am Donnerstag eine Hausdurchsuchung am Vorabend. Keine Auskunft gab es darüber, ob belastende Materialen sichergestellt werden konnten.

Bereits am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen von Amts wegen gegen Unbekannt bestätigt. Die Burschenschaft steht im Verdacht, durch den angeblichen Besitz eines Liederbuchs mit antisemitischen und den Holocaust verherrlichenden Texten gegen das Verbotsgesetz verstoßen zu haben Die Ermittlungen wollte die Wiener Staatsanwaltschaft auf Nachfrage vorerst nicht weiter kommentieren.

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Der Vorsitzende der "Brunen", Herwig Götschober, ließ sich als Pressereferent im Büro von Verkehrsminister Norbert Hofer ( FPÖ) nach den Vorwürfen gegen seine Burschenschaft vorerst beurlauben. Er habe nach Auftauchen eines Liederbuches mit antisemitischen Texten und der Einleitung von Ermittlungen um die sofortige Beurlaubung angesucht, hieß es in einer Aussendung des Ressorts.

Die Beurlaubung des Kabinettmitarbeiters soll demnach so lange dauern, bis die Vorwürfe "restlos aufgeklärt" sind. Die Wiener Wochenzeitung "Falter" hat am Dienstag vom Auftauchen eines weiteren Liederbuches mit antisemitischen Texten berichtet, das der "Bruna Sudetia" zuzuordnen sein soll. Darin findet sich u.a. - wie schon im Liederbuch der "Germania" des ehemaligen niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer - die Liedzeile "Da trat in ihre Mitte der Jude Ben Gurion: ,Gebt Gas, ihr alten Germanen, wir schaffen die siebte Million'".

In der Aussendung des Verkehrsministeriums vom Mittwochabend werden die Texte als "zutiefst abzulehnend" bezeichnet. Schon zuvor hatte Götschober via Ministeriums-Sprecher erklärt, er kenne das besagte Liederbuch nicht. Sein eigenes weise weder in Inhalt noch in Aufmachung eine Ähnlichkeit auf, hieß es.

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Die FPÖ-Spitze nahm ihren Mitarbeiter am Mittwoch in Schutz: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verwies am Mittwoch auf die von der Verbindung eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen die Wochenzeitung Falter, Verkehrsminister Hofer erklärte, es sei "noch nicht klar, woher dieses Buch kommt".

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