Politik | Inland 02.03.2013

Die Rechtspopulisten zittern

Am Sonntag fällen die Wähler ihr Urteil über Haiders Erben: Bleibt die FPK führende Partei in Kärnten? Kommt das BZÖ in den Landtag?

Die Wahlkampfmaschine funktioniert immer noch gut. Gefällige Schlagermusik, Freibier, Glühwein, Brez’n und ein Gewinnspiel – die Freiheitlichen boten gestern in Klagenfurt alles auf, um Passanten anzulocken. Schließlich war es der Abschluss einer für sie extrem wichtigen Wahlkampagne – es ging darum, „Kärnten als freiheitliches Kernland“ zu erhalten, wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in seiner Rede sagte. Strache reiste eigens aus Wien an, um die blaue Bastion in Kärnten zu verteidigen. Und Strache ließ in seiner Rede wirklich nichts aus . „Wenn es in Kärnten einen SPÖ-Landeshauptmann gibt, wird dieser alle Asylbetrüger nach Kärnten holen“, sagte Strache. „Onkel Frank“ habe lauter „politische Abfallprodukte“ eingesammelt, und die „linkslinken Leichenfledderer“ würden Jörg Haider „ins Grab nachspucken“.

Wenig vornehm auch FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Über Wiens Bürgermeister sagte er: „Häupl trinkt einen G’spritzten, redet g’scheit und macht nichts für seine Bevölkerung.“ Die Grünen bezeichnete Dörfler als „schräge Vögel“ und wetterte gegen die „Bonzenbanker von Rot und Schwarz“. Am heutigen Wahlsonntag gehe es darum, so Dörfler, „wieder mit Stolz den Kärntner Anzug zu tragen“.

Lager-Spaltung

Dörfler hatte 2009 noch mit dem BZÖ kandidiert, ist aber später mit der gesamten Partei zur FPÖ übergetreten. Das BZÖ versucht jetzt, bei den vorzeitigen Neuwahlen wegen der vielen Korruptionsfälle, einen Teil der Stimmen von 2009 wieder zu bekommen. BZÖ-Chef Josef Bucher braucht einen Erfolg in Kärnten, um bei der Nationalratswahl im Herbst eine politische Überlebenschance zu haben. Entsprechend aufwendig inszenierte er gestern seine Wahl-Schlusskundgebung in Klagenfurt.

Zu einem Trommelwirbel bahnte sich Bucher den Weg durch ein Spalier von Getreuen, darunter Haiders Schwester Ursula Haubner. Bucher rieb sich vor allem an der FPK: „Wer Dörfler wählt, bekommt Scheuch. Wer Scheuch verhindern will, muss das BZÖ wählen.“

Alle Hintergründe zur Wahl in Kärnten hier.

Niederösterreich und Kärnten wählen

Die Bürger in Niederösterreich und Kärnten wählen am Sonntag einen neuen Landtag.

KURIER.at berichtet ausführlich und aktuell: Die ersten Hochrechnungen gibt es hier direkt nach Wahlschluss für Kärnten um 16 Uhr und in Niederösterreich um 17 Uhr. Mit dem vorläufigen Endergebnis wird um etwa 19 Uhr gerechnet.

In Niederösterreich treten neun Parteien und Listen an, fünf von ihnen landesweit. Neben den derzeit im Landtag vertretenen Parteien ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen kandidiert erstmals auch das Team Stronach. Besonders spannend bleibt die Frage, ob die ÖVP ihre absolute Mehrheit (zuletzt 54,4 Prozent) verteidigen kann. 1,403.808 Landesbürger sind stimmberechtigt.

In Kärnten schließen die Wahllokale eine Stunde früher. 440.748 Bürger sind zur Wahl aufgerufen, zehn Parteien rittern um die 36 Sitze im Landesparlament. Der regierenden Freiheitlichen Partei in Kärnten (FPK) drohen laut allen Umfragen erhebliche Verluste. Die Partei war bei der letzten Wahl (2009) noch als BZÖ angetreten, ehe die gesamte Landespartei sich wieder der FPÖ als unabhängige Landesgruppe anschloss. Im Landtag sind derzeit vier Fraktionen vertreten, neben der FPK sind das SPÖ, ÖVP und Grüne. Landesweit treten außerdem an: Team Stronach, BZÖ, LPÖ, Piratenpartei und ASOK.

Alle Hintergründe zur Wahl in Kärnten hier.

Alle Hintergründe zur Wahl in Niederösterreich hier.

( Kurier ) Erstellt am 02.03.2013