Politik | Inland
05.12.2011

Neue Namen aus Hocheggers Umsatz-Listen

Neue Enthüllungen gibt es rund um die Firmen des Lobbyisten Peter Hochegger.

Jede Woche werden neue Namen aus den Umsatzlisten des Lobbyisten Peter Hochegger publik. Nicht jede Zahlung ist auch ein Beleg für Korruption - aber die Empfänger stehen im medialen Rampenlicht.

Nun veröffentlicht News den nächsten Fall: Für 2007 ist eine 21.600-Euro-Zahlung an Renate Nigl in den Listen vermerkt. Sie ist die Ehefrau von Franz Nigl, der ab 1994 für die Telekom tätig war. 2005 wechselte er zu den ÖBB, er saß in mehreren ÖBB-Firmen in Schlüsselpositionen; seit 2010 leitet er die Personalabteilung der Post. Zur selben Zeit, als das Hochegger-Geld an Renate Nigl floss, bezahlte die ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft 575.054,88 Euro netto an die Hochegger-Com.

Geschäftsführer der ÖBB-Firma damals: Franz Nigl. Er sagt zum KURIER: "Die Leistungen meiner Frau haben gar nichts mit meiner ÖBB-Tätigkeit zu tun." Seine Frau habe 18 Monate für das Honorar gearbeitet, als Farbstil-Imageberaterin Seminare, Einkaufs- und Typberatung durchgeführt.

Die ÖBB-Zahlungen an Hochegger seien im Zuge eines Rahmenvertrages geflossen, den nicht er abgeschlossen habe: "Das wurde alles schon zigmal geprüft."
Neben dem Honorar für Nigls Frau hat News auch neue Zahlen zu bereits bekannten Namen veröffentlicht: 21.800 Euro sollen an eine Firma des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly, des Mannes der Ex-ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, geflossen sein. Und zu den 72.000 Euro, die Ex-FPÖ-Chef Mathias Reichhold schon bestätigt hat, kommen offenbar weitere 10.012,50.

Teure Tickets

Auch in die Frage nach dem Fußballsponsoring der Telekom kommt mehr Licht: Letzte Woche hatte die Grün-Mandatarin Moser aufgedeckt, dass die Telekom 500.000 Euro an den FC Kärnten gezahlt habe. Tatsächlich erhalten hat das Geld aber der SK Austria Kärnten; also jener mittlerweile bankrotte Retortenklub, den Jörg Haider 2007 installiert hatte. Ex-Klubchef und Ex-FPÖ-Kärnten-Spitzenkandidat Mario Canori bestätigte News , dass die Telekom um diesen Betrag Eintrittskarten gekauft hat. Kurz vor dem Sponsoring erhielt die Telekom den Zuschlag für die Breitbandoffensive des Landes Kärnten - ein 45-Millionen-Euro-Projekt.