Im ländlichen Raum erreichen Klassen oft nicht die Höchstzahl von 25 Schülern.

© dpa/Franziska Kraufmann

Schulpolitik
04/28/2016

Neue Mittelschule fällt durch: Rechnungshof rät zum Sparen

Schwache Leistungen der NMS stehen im Missverhältniss zu den deutlich höheren Kosten, sagt der Rechnunghof.

von Bernhard Gaul

Abrechnung des Rechnungshofes mit dem SPÖ-Vorzeigeprojekt Neue Mittelschule: Sie koste deutlich mehr als alle anderen Schultypen, nicht zuletzt wegen des Team-Teachings, bei dem zwei Pädagogen in den Klassenzimmern gleichzeitig unterrichten.

Die Lehrerpersonalkosten je Schüler seien nämlich bei den AHS mit 4815 Euro gering, an den NMS mit 7496 Euro pro Schüler jedoch wesentlich höher.

Auch der Rechnungshof warte noch auf eine nähere Analyse zur Neuen Mittelschule, heißt es in dem Bericht. Da aber auch der Forschungsbericht "Evaluation der Neuen Mittelschule" zum Schluss gekommen sei, dass die "beträchtlichen zusätzlichen Ressourcen im Durchschnitt nicht die erwarteten Verbesserungen im Bereich der fachlichen Leistungen und überfachlichen Kompetenzen" gebracht hätten, raten die Prüfer zum Sparen.

60 Millionen einsparen

Eine Reduktion des Team-Teachings von sechs auf vier Wochenstunden je Klasse würde Lehrerpersonalkosten in Höhe von rund 60 Millionen Euro pro Schuljahr im Vollausbau bringen, wird vorgerechnet. Allerdings können die Schulen nach einem Erlass von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek inzwischen nicht nur in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, sondern autonom in alle Unterrichtsfächern zwei Lehrer pro Klasse einsetzen.

Nicht alle Oppositionsparteien teilen die Rechnungshof-Kritik: Grüne und Neos wollen diese Mittel gar nicht kürzen, sondern nur schulautonom auch für andere Zwecke einsetzen können. " Genau das ist ein klassischer Fall für mehr Schulautonomie. Geben wir den Schulen die Freiheit, die zusätzlichen Ressourcen für die Förderung der Schüler so einzusetzen, wie es am jeweiligen Standort sinnvoll ist", sagt der Grüne Bildungssprecher Harald Walser.

Neos-Chef und Bildungssprecher Matthias Strolz ist ebenfalls gegen Einsparungen. Er schlägt konkret vor, die gesamten Förderungen für Neue Mittelschulen – immerhin 175 Millionen Euro – schon ab Herbst den Schulen für schulautonome Maßnahmen "entlang des Sozialindex" zu überlassen.

FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz kritisiert das Modell der NMS hingegen massiv und will beim Team-Teaching kürzen. "Bei Bildungsstudien ist die AHS der erfolgreichste Schultyp, man stelle sich nur vor, wie toll das AHS-Ergebnis wäre, würden sie gleich viel Mittel bekommen wie die NMS."

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