Politik | Inland
02.06.2017

Neos: Wiener Parteichefin will für den Nationalrat kandidieren

Beate Meinl-Reisinger will in den Bund wechseln, Matthias Strolz soll im Wahlkampf aber Nummer 1 bleiben.

"Ja, ich werde bei der Nationalratswahl antreten." Beate Meinl-Reisinger, Klubobfrau der Neos im Wiener Landtag und stellvertretende Chefin der Bewegung, will wechseln – in den Bund. Im Gespräch mit dem KURIER bestätigt die 39-jährige Juristin, dass sie sich dem internen Vorwahl-Prozedere stellen wird.

Handelt es sich um eine Doppel-Kandidatur, wie es sie bisweilen bei anderen Parteien gibt? Nach dem Motto: Ich trete an, bleibe am Ende aber dort, wo ich war.

Meinl-Reisinger winkt ab: "Ich würde nicht kandidieren, wenn es mir nicht ernst damit wäre, wieder zu wechseln. Aber zuerst ist eine Wahl zu schlagen." Sie will also auf den prestigeträchtigeren und besser entlohnten Job in Wien verzichten? "Ums Geld geht’s mir wirklich nicht. Und überhaupt sind Politiker in Österreich durchaus gut bezahlt."Warum aber will die Wiener Neos-Chefin weg aus der Bundeshauptstadt? Tritt sie gar in Konkurrenz zu Neos-Chef Matthias Strolz?

Alles andere als das. "Aus Wiener Sicht ist es extrem wichtig, was im Bund passiert. Insofern macht es Sinn, die Kräfte zu bündeln. Ich packe an, wo es am dringendsten benötigt wird." Die Rollenverteilung sei klar abgesteckt: "Ich will an Matthias’ Seite in die Arena steigen, ihn unterstützen. Die Nummer 1 bleibt er."

Wider die Korruption

Für die pinke Bewegung geht es am 15. Oktober um viel. Was sind die Inhalte, mit denen man reüssieren will?

In Wien hat Meinl-Reisinger versucht, sich mit Themen wie dem Kampf gegen Korruption zu profilieren. In diese Richtung will sie auch im Bund gehen. "Wir haben eine weltweit einzigartig hohe Parteienförderung, der Föderalismus ist zum Spendierföderalismus verkommen. Korruption müssen wir entschieden bekämpfen – zur Entlastung des Steuerzahlers und um der Wirtschaft einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen."

Wo sich die Neos im Dreikampf Kern-Kurz-Strache positionieren, bleibt abzuwarten. Meinl-Reisinger will einen Unterschied herausarbeiten, und der besteht darin, dass man keine Abhängigkeiten hat. "Im Unterschied zu allen anderen müssen wir keine Klientel bedienen." Bei Reformen könne man freier agieren als etwa Schwarz und Rot. "Die sind allein durch die Sozialpartnerschaft gebunden. Wir haben keine Fußfesseln. "