Lang hielt dieser Vorsatz nicht. Bis zu jenem Zeitpunkt nämlich, als der – damalige – Team-Stronach-Klubchef Robert Lugar sie als  „Speerspitze gegen den ORF, Raiffeisen und das System Pröll“ bezeichnete. Eine Zuschreibung, die Lindner so gar nicht behagte.

© AP/Hans Punz

Nationalrat
03/12/2013

Stronach will neue Überläufer präsentieren

Klubstatus: Der neue Kandidat soll bereits diese Woche präsentiert werden, ein zweiter in Kürze folgen.

von Paul Trummer

Das Team Stronach sucht dringend neue Abgeordnete für den Nationalrat. Mit dem Einzug von Elisabeth Kaufmann-Bruckberger in die NÖ-Landesregierung wird ihr Platz im Nationalrat frei – was den Klubstatus kosten könnte. Den damit verknüpften Geldverlust könnte der Milliardär verschmerzen, die dann verlorene Chance in den ORF-Debatten aufzutreten wohl nicht.

Am Montag schickte Klubchef Lugar Stronach eine Liste mit mehreren Kandidaten zur Auswahl nach Kanada. Stronach will rasch entscheiden. Der neue Kandidat soll bereits diese Woche präsentiert werden, ein zweiter in Kürze folgen.

Um den Verlust des Klubstatus – und damit von 1,4 Millionen Euro Parteiförderung jährlich – zu verhindern, greift das Team Stronach zu einem Trick: Der neue Kollege wird präsentiert, bevor Kaufmann-Bruckberger aus dem Nationalrat ausscheidet: „So lange der Klub besteht, können Abgeordnete von jeder Partei dem Team Stronach beitreten“, erklärt Werner Zögernitz vom Institut für Parlamentarismus. Gehe der Klubstatus verloren, brauche es fünf Abgeordnete der gleichen wahlwerbenden Partei (in Fall Stronach wohl wieder BZÖ-Überläufer) oder eine Zustimmung im Plenum zur erneuten Klubgründung.

Bislang gab es zwei Absagen von den FPK-Abgeordneten Josef Jury und Maximilian Linder. BZÖ-Frau Martina Schenk wollte „nicht jedes Gerücht kommentieren“.