Einen Monat lang war sie Mandatarin, jetzt hat Monika Lindner den Hut genommen.

© KURIER/Jeff Mangione

Nationalrat
11/27/2013

Monika Lindner gibt auf

Die "wilde Abgeordnete" nimmt den Hut: Sie ortet eine Kampagne gegen sich und will sich nun "humanitären Anliegen" widmen. Ihre Nachfolgerin wird Ulla Weigerstorfer.

von Ida Metzger

Ihre Karriere als Nationalratsabgeordnete lässt sich in drei simplen Worten beschreiben: kurz, kürzer, am kürzesten. Nur bei der konstituierenden Sitzung des Nationalrats am 29. Oktober nahm Monika Lindner als wilde Abgeordnete im Parlament Platz. Bei der zweiten Sitzung ließ sich die Ex-ORF-Chefin schon entschuldigen. Gestern – nur 29 Tage nach der Angelobung – kam ihr Rücktritt.

Lindner fällt nicht gerade unter die Kategorie „Mimose“. Doch der Sturm der Entrüstung, der über die 69-Jährige in den letzten sechs Wochen niederging, war ihr dann offenbar doch zu viel. „Humanitäre und soziale Anliegen stehen seit vielen Jahren im Zentrum meines beruflichen und privaten Engagements. Ein effizienter Einsatz für eben diese Themen im Parlament ist aufgrund der gezielten, gegen mich geführten Kampagne nicht mehr möglich“, begründet Lindner ihre Entscheidung.

Vor allem der Boulevard durchleuchtete jedes Detail in „Moneykas“ Leben. Es wurde spekuliert, ob Lindner den Bau ihrer Traumvilla in Wien-Penzing mit der Abgeordneten-Gage von rund 8000 Euro finanziere. Detto wurde „aufgedeckt“, dass Lindner ihren kranken Hund angeblich mit dem Dienstauto zum „Wunderheiler“ chauffieren ließ. Ihre Pensionsansprüche von 10.000 Euro brutto waren ein Dauerbrenner.

ORF machte mobil

Als der Falter enthüllte, dass Lindner als langjähriges Vorstandsmitglied der St.-Anna-Kinderkrebsforschung die Werbeagentur ihres Lebensgefährten Günter Lebisch mit Aufträgen versorgt haben soll, verlor sie ihr Vorstandsmandat. In Folge machte auch der ORF gegen Lindner mobil und kündigte an, alle Auftragsvergaben aus ihrer Zeit als ORF-Generaldirektorin zu durchforsten.

Weigerstorfer profitiert

Das Team Stronach gewinnt durch den Rücktritt von Lindner ein elftes Mandat dazu. Zur Erinnerung: Ursprünglich wollte Lindner als prominente Kandidaten für das Team Stronach in den Wahlkampf ziehen. Nur 48 Stunden nach der Ankündigung zog sie ihre Kandidatur für Frank Stronach zurück und entschloss sich nach der Wahl „wilde Abgeordnete“ zu werden.

Ex-Miss-World und PR-Lady Ulla Weigerstorfer (46) wird nun statt Lindner in den Nationalrat einziehen. Parteigründer Frank Stronach kommentierte Lindners Rücktritt mit nobler Zurückhaltung: „Ich nehme ihre Entscheidung mit Freude zur Kenntnis.“

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Ulla Weigerstorfer

Ulla Weigerstorfer

Ulla Weigerstorfer

Ulla Weigerstorfer

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Lindner im Porträt

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LINDNER

VERBAND OESTERREICHISCHER ZEITUNGEN (VOEZ) - HEUR

COMBO - ARMIN WOLF UND MONIKA LINDNER

SCHUESSEL LINDNER

ARCHIVBILD: LINDNER und WRABETZ

SALZBURGER FESTSPIELE 2006: EROEFFNUNG DER ORF-KUL

Team Stronach praesentiert neuen Abgeordneten

Das Netz wird Lindner wenig vermissen

Dem Aufstieg folgt die Abrechnung

Monika Lindner holt ihre ORF-Vergangenheit ein. Sie selbst spricht auch über diese Zeit, Karriere im Dunstkreis der Politik. Niederösterreichs ÖVP-Landeschef Erwin Pröll habe sie als Landesdirektorin abgelehnt, als sie ORF-General Gerhard Zeiler dafür ins Spiel gebracht habe. „Viele haben gegen mich intrigiert, das war nicht unflott“, lässt Lindner in einem Buch, das demnächst erscheint, wissen.

Ein Essen mit Pröll habe die Wende gebracht: „Pröll erzählt heute noch gern, dass er danach seinen engsten Mitarbeiter angerufen und ihm gesagt hat, er sei der schlimmsten Intrige aufgesessen: ,Rufen’s den Zeiler an und sagen Sie ihm, ich will jetzt die Lindner.‘“ 1998 wurde sie niederösterreichische ORF-Direktorin. Bald danach gab es Zoff mit Pröll – wegen eines Interviews mit SP-Minister Schlögl; laut Lindner Intimfeind Prölls. „Wir haben einen Rüffel bekommen, was uns einfällt, den Schlögl zu interviewen und in Niederösterreich eine Geschichte über ihn zu machen.“ Eine Aussprache habe die Eiszeit beendet. 2001, unter Schwarz-Blau, wurde Lindner ORF-Chefin. Dass die Wiederwahl 2006 scheiterte und der SP-nahe Alexander Wrabetz reüssierte, schreibt sie Wolfgang Schüssel und Willi Molterer zu. Sie hätten es „verbockt“. Tatsächlich waren ORF-Leute schockiert, weil sie nicht sagte, was sie besser machen würde. Die Ansage war: Sie wolle bleiben, um zum zweiten Mal zu amtieren – wie einst Gerd Bacher. FP-Mann Westenthaler sagte sie, er dürfe sich das Team aussuchen, wenn sie nur erneut gewählt werde.

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