Politik | Inland
25.03.2014

Mölzer schließt Rücktritt nicht aus

Audiomitschnitt: Der FPÖ-Spitzenkandidat entschuldigt sich für den "Negerkonglomerat"-Sager. Strache stellt sich hinter Mölzer.

Empörung und Kritik ausgesetzt, schließt Andreas Mölzer am Dienstag einen Rücktritt nicht mehr aus. Der FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl verglich vor einigen Wochen bei einer Veranstaltung in Wien die EU mit dem Dritten Reich und sprach auch von der EU als einem "Negerkonglomerat".

Laut dem Magazin der Süddeutschen Zeitung sagte der FPÖ-Politiker: "Es ist eine Frage auch des Arbeitsethos, was aus diesem Europa wird: Entweder sind wir ein Negerkonglomerat, totales Chaos, sage ich jetzt bewusst brutal politisch nicht korrekt. Wo das Chaos sich vermehrt, wo Massenzuwanderung, wo wirre Konzerninteressen (sind)."

Hier können Sie den gesamten Audiomitschnitt nachhören:

"Satire und Ironie"

Im Gespräch mit Ö1 entschuldigt sich Mölzer nun und schließt auch einen Rücktritt als Spitzenkandidat nicht aus: "Darüber diskutiere ich jetzt nicht mit Ihnen im Morgenjournal, da gibt's ernsthaftere Gremien. Soweit wollen wir die Satire und Ironie nicht treiben." Man werde sehen, das würden ganz andere Leute entscheiden, so Mölzer.

Rücktrittsforderungen von der Israelitischen Kultusgemeinde über die Grünen bis zur ÖVP gibt es jedenfalls genug. Der FPÖ selbst ist auch nicht ganz wohl: Gemeinderat Jung sagt, der Vergleich sei "unglücklich" und "historisch falsch".

Strache stellt sich hinter Mölzer

Anders äußert sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Dienstag. Die Äußerungen des Spitzenkandidaten an sich, speziell der Vergleich Union-Drittes Reich, gefallen ihm zwar nicht. Aber der FPÖ-Chef spricht von einem "pointierten und überspitzten" Vergleich Mölzers zur "Regulierungswut" der EU. Solche Vergleiche sollte man aber grundsätzlich nicht anstellen und unterlassen. Mölzer habe sich nach einem offenen Gespräch mit ihm dann auch für die Wortwahl entschuldigt, womit die Sache für Strache erledigt und ein Rückzug kein Thema sei.

Im Wortlaut

"Es ist in Brüssel, im real existierenden Brüssel. Das gibt es leider wirklich, das ist eine kleine Stadt. Es gibt das real exisiterende Brüssel. Und da ist es wirklich so, dass alle, von den Portugiesen bis zu den Esten, von den Schweden bis zu den Sizilianern, die nimmt man nicht so wahr, weil sie wirklich 1,60 zum Teil nur groß sind, alle über uns lachen, über die Deutschen und Österreicher. Wir sind die einzigen, die bei einem Termin einigermaßen pünktlich sind. Wir sind die einzigen, die um 9 schon arbeiten und nicht erst um 11. Und es ist wirklich so: Es ist eine Frage auch des gestalterischen, des Arbeitsethos, was aus diesem Europa wird: Entweder sind wir ein Negerkonglomerat, totales Chaos, sage ich jetzt bewusst brutal politisch nicht korrekt. Wo das Chaos sich vermehrt, wo Massenzuwanderung, wo institutionelles Chaos, wo wirre Konzerninteressen (sind), Konzerninteressen sind ja auch irrational, sind ja auch wirr. Sie müssen sich vorstellen, was diese Masse dort, diese Bande an Lobbyisten anstellt. Das sind ja die meisten Vollidioten. Das sind ja nicht kühl kalkulierende Wirtschaftsstrategen. Und was diese Partie anstellt, was die aus Europa macht, das ist ja ein Chaos."