Wer 30 Jahre zu wenig verdient hat, bekommt 1000 Euro Pension

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Foto: KURIER/Gert Eggenberger Insbesondere Frauen profitieren von der Anhebung der Mindestpension ab 2017.

Sozialminister Stöger hebt Mindestpension um 117 Euro an – davon profitieren großteils Frauen.

215.609 Menschen in Österreich haben im Jahr 2015 Mindestpension bezogen, knapp 146.000 davon sind Frauen – das sind mehr als doppelt so viele wie Männer.

Frauen profitieren daher am meisten davon, dass SPÖ-Sozialminister Alois Stöger ab 2017 die Mindestpension für Menschen, die 30 Jahre lang erwerbstätig waren, auf 1000 Euro anheben will. Meistens seien es ja Frauen, die in diesem Zeitraum wegen Teilzeitjobs oder geringer Entlohnung nicht ausreichend Pensionsansprüche erwerben konnten, heißt es aus dem Ministerbüro.

Inflationsanpassung

Derzeit bekommt ein Mindestpensionist knapp 833 Euro. Ab 1. Jänner 2017 sind es mit der erhöhten Ausgleichszulage 1000 Euro. Abzüglich der Sozialversicherung kommen netto 949 Euro heraus.

Für jene, die Zuschüsse wie Wohnbeihilfe und Heizkostenzuschuss erhalten, dürfte sich also nichts ändern. Es reicht schon aus, wenn man Bezieher der Ausgleichszulage ist, eine Einkommensgrenze fällt hierbei flach.

Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbands, lobt die Erhöhung der Mindestpension als "sozial richtig und wichtig". Begrüßt wird außerdem die Ankündigung des Sozialministers, auch im nächsten Jahr die Teuerung zu berücksichtigen. Die durchschnittliche Inflationsrate wird noch im August von der Statistik Austria errechnet. SPÖ-Mann Blecha und Ingrid Korosec, Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, fordern zusätzlich eine Aliquotierung für Menschen, die im ersten Pensionsjahr noch keinen Anspruch hätten.

Kritik kommt vom Koalitionspartner ÖVP: Sozialsprecher und ÖAAB-Obmann August Wöginger moniert, dass das Pensionspaket bereits beim Gipfel mit den Sozialpartnern am 29. Februar abgesegnet worden sei. "Teile des Pakets hätte man längst umsetzen zu können", sagt Wöginger. Etwa bei den Verbesserungen für Frauen liege alles auf dem Tisch.

Laut dem ÖVP-Vorschlag sollen Frauen, die ab 1955 geboren worden sind, künftig bis zu acht Jahre Kindererziehung auf die Pension angerechnet werden, um die erforderlichen Beitragsjahre zu erreichen. Bisher galt das nur für Frauen, deren Kinder ab 2005 geboren sind.

Für die Versprechen von Sozialminister Stöger gebe es noch keinen gesetzlichen Entwurf – dabei soll das Pensionspaket schon im Herbst in die Begutachtung und kurz darauf zur Abstimmung ins Parlament gehen, macht ÖVP-Sozialsprecher Wöginger aufmerksam.

Bis die Details geklärt und in einen Entwurf gegossen sind, könnten auch die Kosten für das Pensionspaket nicht kalkuliert werden.

(kurier) Erstellt am
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