Politik | Inland 25.02.2015

Mehr Turnen an den Ganztagsschulen

Turnen: Ab jetzt fünf Einheiten die Woche © Bild: APA/ERWIN SCHERIAU

Die Schulnovelle wurde gegen die Stimmen der FPÖ vom Nationalrat beschlossen.

Die "tägliche Turnstunde" ist es zwar nicht, aber die Zahl der Bewegungseinheiten steigt, zumindest an Ganztagsschulen. Das sieht eine Schulnovelle vor, die am Mittwochabend gegen die Stimmen der FPÖ vom Nationalrat beschlossen wurde.

Beworben wird die Maßnahme als "tägliche Bewegungseinheit" an Ganztagsschulen, wobei auch dieser Terminus nicht ganz der Realität entsprechen muss. Denn im Gesetz ist nur davon die Rede, dass die fünf vorgesehenen Turn-Einheiten "nach Möglichkeit gleichmäßig auf die Woche zu verteilen sind". Theoretisch können die Stunden damit auch an einzelnen Tagen geblockt angeboten werden.

FP-Bildungssprecher Walter Rosenkranz begründete die Ablehnung seiner Fraktion damit, dass die "tägliche Bewegungseinheit" nur in den Ganztagsschulen komme und damit in dem Bereich, wo es der SPÖ ideologisch passe. Auch Team Stronach-Bildungssprecher Robert Lugar ärgerte sich, dass es sich bei der eingeschränkten Form der Turnstunde nur um ein Placebo handle. Freilich gestand selbst NEOS-Chef Matthias Strolz ein, dass die tägliche Turnstunde aus praktischen Gründen wohl tatsächlich noch nicht an allen Schulen durchsetzbar sei.

Mosaik

Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) meinte, dass immerhin 20 Prozent der Schüler durch die heutige Novelle in den Genuss einer verpflichtenden Bewegungseinheit kämen. VP-Bildungssprecherin Brigitte Jank gestand zwar zu, dass es sich nur um ein "Mosaiksteinchen" der Bildungsreform, aber doch um einen Schritt in die richtige Richtung handle.

Die Grünen stimmten der Novelle zwar zu, sonst passt ihnen an der Bildungspolitik der Unterrichtsministerin aber wenig. Speziell die neuerlichen Probleme bei der Zentralmatura beim Hochladen der vorwissenschaftlichen Arbeiten ließ Bildungssprecher Harald Walser befinden, dass das Maß des Erträglichen überschritten sei. Das Projekt drohe tatsächlich zu scheitern. Die Grünen brachten daher einen Misstrauensantrag gegen die Ministerin ein, der aber zunächst zur weiteren Behandlung dem zuständigen Ausschuss zugewiesen und damit am Mittwoch nicht abgestimmt wurde.

Heinisch-Hosek war erneut bemüht zu kalmieren und versicherte, dass sich für die Schüler die Probleme mit der vorwissenschaftlichen Arbeit schnell gelöst hätten. Die Ministerin appellierte daher, den Maturanten gemeinsam Sicherheit zu geben statt Verunsicherung zu schüren.

Erstellt am 25.02.2015